Hettlage sperrt für immer zu

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Hettlage schließt seine Pforten

München - Wieder ein Traditionshaus weniger! Hettlage in der in der Neuhauser Straße wird für immer seine Pforten schließen. Es gibt dafür schon einen konkreten Termin.

Hettlage München schließt seine Pforten. Das teilte der Betreiber, die „No. 10 Mode GmbH & Co. KG“, am Freitag mit. Die Immobilie in Premiumlage wird, wie der Münchner Merkur berichtet, wohl gemeinsam mit ihren Nachbargebäuden vom Freistaat verwertet.

Das Münchner Hettlage-Haus ist eines der letzten Flaggschiffe der bereits Ende des 19. Jahrhunderts gegründeten Hettlage-Gruppe, die 1930 auch nach München kam. Das Haus selbst ist 1955 erbaut worden. Seit der Insolvenz von Hettlage Nord im Jahr 1994 und von Hettlage Süd 2004 ist das Geschäft in Premiumlage vom Investor „No. 10“ weitergeführt worden. In den vergangenen Jahren offenbarten sich aber offenbar gravierende bauliche Mängel am Haus: „Ein zukunftsfähiger Handelsbetrieb im Kaufhaus an der Neuhauser Straße würde Modernisierungsmaßnahmen in Millionenhöhe erfordern“, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. „Unter den gegebenen Voraussetzungen“ seien die für das Modehaus jedoch „wirtschaftlich nicht darstellbar“.

Die „gegebenen Voraussetzungen“ sind die, dass der Freistaat als Besitzer das gesamte Areal der „alten Akademie“ an der Neuhauser Straße über kurz oder lang versilbern will. Das Innenministerium verlagert dafür auch das benachbarte Landesamt für Statistik. Unter anderem sollen 539 Stellen von München nach Fürth wandern. Hettlage habe man allerdings nicht gekündigt, betont eine Sprecherin des Finanzministeriums, das für das Gebäude zuständig ist. „Der Vertrag ist ausgelaufen, wir haben sogar eine Verlängerung angeboten.“

Einem Sprecher des Modehauses zufolge hätte man zwölf Monate länger bleiben dürfen. „Das war wirtschaftlich einfach nicht tragbar. Wir hätten in dieser Zeit die notwendigen Investitionen in Höhe von rund einer Million Euro nicht hereinwirtschaften können.“

Das Haus werde zum 31. März 2012 endgültig geschlossen. „Die etwas über 30 Mitarbeiter wurden bereits in den Tagen zuvor persönlich über die Entscheidung informiert“, so der Sprecher. Das verschaffe ihnen Zeit, sich neu zu orientieren.

Johannes Löhr

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