Unicef-Reporter berichten im Adolf-Weber-Gymnasium über Entwicklungsländer

Heute ist die tz unser Lehrer!

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Simone Herzner (r.) berichtete im Adolf-Weber-Gymnasium über Entwicklungsländer.

München - Was unsere Redakteurin Simone Herzner 70 Schülern der 6. bis 10. Klasse im katholischen Religionsunterricht beibringen will?

Bibelfest ist sie nicht gerade – dafür kennt sie sich als tz-Unicef-Reporterin bestens mit Entwicklungsländern aus. Und darum ging es am Donnerstag im Adolf-Weber-Gymnasium in Neuhausen. Religionslehrer Hans Schwäble (55) hatte die Journalistin in seine Klassen gebeten – als Gastlehrerin sozusagen.

„Ich habe letztes Jahr die tz-Weihnachtsaktion zugunsten von Unicef verfolgt. Als ich gelesen habe, dass die Reporter selbst in die Entwicklungsländer fliegen, um die Geschichten der Kinder vor Ort zu recherchieren, hatte ich die Idee, die tz in unsere Schule einzuladen. Entwicklungshilfe ist ein wichtiges Thema im Lehrplan“, erklärt Hans Schwäble.

Die tz kam der Bitte des Lehrers gerne nach. Simone Herzner und Fotograf Michael Westermann – die zwei haben als Unicef-Team schon einige bitterarme Länder besucht – sind mit einer Kiste voller Fotos in die Schule gefahren. Vier Schulstunden haben sie über die Situation der Kinder gesprochen und über die Erfahrungen, die sie in den letzten drei Jahren in Angola, Kambodscha und Bangladesch gemacht haben.

Simone Herzner berichtete über die düsteren Lehmhütten in Angola, wo jedes zweite Kind niemals lesen und schreiben lernt. Und von einem Schulhof, auf dem hunderte afrikanische Kinder dem Besuch aus München ein Lied entgegenschmettern. Zum Weinen schön – und genauso traurig, weil diese Kinder ohne unsere Hilfe nie die Chance bekommen, die sie verdienen.

Weiter ging die Reise mit der tz-Reporterin nach Kambodscha, dem Land mit der höchsten HIV-Rate in ganz Asien. Zu einem Heim für HIV-positive Kinder und Aids-Waisen, in dem sie ein aidskrankens Mädchen namens Soeun besuchen wolten, das die tz-Reporter bei ihrer Kambodscha-Reise 2006 kennengelernt hatten. Doch Soeun war nicht mehr da. Mit nur sechs Jahren hatte sie den Kampf gegen Aids verloren.

In Bangladesch sah das tz-Team, unter welch erbärmlichen Bedingungen Millionen Kinder leben müssen. In winzigen Wellblechhütten, ohne Strom, Kanalisation oder sauberes Wasser.

„Gegen die Probleme in den Entwicklungsländern sind unsere auf einmal ganz klein“, sagt Rebecca (13) aus der 7. Klasse bestürzt am Ende der Unterrichtsstunde mit den tz-Reportern. Und Jakob (12) aus der 6. Klasse spricht vielen seiner Mitschüler aus der Seele, als er meint: „Als ich früher Berichte über die Dritte Welt im TV gesehen habe, haben mir die Kinder im ersten Moment leid getan. Aber meistens war ich schnell abgelenkt und habe ihre Not wieder vergessen. Dabei können wir alle froh sein, dass wir in Deutschland geboren sind! Und wir müssten den armen Kindern auf der Welt viel mehr helfen!“ sh./sak.

Quelle: tz

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