Er prägte das Gesicht unserer Stadt

Heute vor 150 Jahren starb Leo von Klenze

München - Ohne Leo von Klenze ist unsere Stadt nicht vorstellbar. Heute vor 150 Jahren starb der berühmte Architekt (1784 – 1864).

Ihm verdanken wir die Häuser der Ludwigstraße, den Königsplatz mit Propyläen, Glyptothek und Antikensammlung, Residenz, Alte Pinakothek, Monopteros, Ruhmeshalle mit Bavaria, Leuchtenbergpalais, die Allerheiligenhofkirche. Wir stellen Ihnen Mann und Werk vor. „Ich will aus München eine Stadt machen, die Deutschland so zu Ehren gereicht, dass niemand sagen kann, er kenne Deutschland, wenn er München nicht gesehen hat!“, sagte sein Auftraggeber König Ludwig I. – und hatte in Klenze den Architekten gefunden, der ihm seinen Traum verwirklichte. „Isar-Athen“ war Münchens Spitzname oder „nördlichste Stadt Italiens“. An diese Begriffe denkt auch heute noch jeder, wenn er auf die Paläste der Ludwigstraße schaut. Etwa auf das Leuchtenbergpalais, bei dem seriöse Historiker immer schamhaft verschweigen, mit welch sensationeller Erfindung Klenze Münchens damals größtes Palais ausstattete: das erste geruchslose Klo Deutschlands! Klenze baute u. a. auch die Eremitage in St. Petersburg oder die Walhalle bei Regensburg. Doch jetzt zurück nach München:

Ludwigstraße

Für die genau 1000 Meter lange Ludwigstraße erfand Klenze im Jahr 1816 für König Ludwig I. den „Rundbogenstil“. Während der Architekt sämtliche Hauser baute, musste er zusehen, wie sein größter Konkurrent, Friedrich von Gärtner (1791 – 1847), die Abschlussbauten errichten durfte: das Siegestor und die Feldherrnhalle.

Das geruchlose Örtchen

Im Auftrag von Eugène de Beauharnais, Stiefsohn Napoleons und Schwager von Ludwig I., baute Klenze das Leuchtenbergpalais am Odeonsplatz. Er stattete das Palais mit dem modernsten Klo der Zeit aus, das daraufhin auch in die Alte Pinakothek, viele weitere Münchner Palais’ und Ministerien eingebaut wurde.

Ruhmeshalle

Die Ruhmeshalle (erbaut 1843 – 1853) ist eine dreiflügelige Säulenhalle und dient als Ehrentempel für bedeutende Bayern, die sich um ihr Land, Wissenschaft und Kunst verdient gemacht haben.

Heinz Gebhardt

Das Buch zu Klenze: Adrian von Buttlar, Leo von Klenze (Beck, 512 S., 433 Abb., 39,93 €).

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