Hier bauen sie an Münchens Zukunft

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Unter dem historischen Kreuzgewölbe werkeln die Handwerker gerade im Rohbau. Hier sollen schon bald Boutiquen einziehen.

München - Kräne, Baugruben und Gerüste: In der Münchner Innenstadt wird mit Vollgas gewerkelt. Vor allem drei Großprojekte werden das Bild der City in den kommenden Monaten entscheidend verändern:

 Die alte Residenzpost am Max-Joseph-Platz verwandelt sich in das „Palais an der Oper“, am Färbergraben bauen sie an der Hofstatt. Und da, wo bis Anfang 2010 noch der Karstadt am Dom stand, wächst an der Neuhauser Straße ebenfalls ein Neubau in die Höhe.

So verändert München sein Gesicht

So verändert München sein Gesicht

Was allen Projekten gemeinsam ist: Es entstehen neue Verkaufsflächen sowie gehobene Büro- und Wohnflächen in den höchsten Preissegmenten. Alles mitten in der Stadt – hier entsteht gerade das München der Zukunft. Und der milde Winter sorgt dafür, dass alles schneller geht als ursprünglich geplant. Die tz zeigt, wie weit sie auf den Baustellen schon sind:

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Residenzpost: Purer Luxus

Im Endspurt ist der Umbau der Residenzpost zum Palais an der Oper. Wenn alles glatt läuft, dann können die Mieter Ende des Jahres einziehen. Die Luxusmarke Louis Vuitton verlegt ihre Deutschland-Zentrale nach München und eröffnet hier einen Laden sowie Ausstellungsflächen. Die Nachbarn: ein mediterranes Restaurant der Kuffler-Gruppe, der Herrenausstatter Daniels und eine Hofmann-Bar.

Sportlich: das Pschorr-Haus

Eine der spektakulärsten Baustellen der Stadt: Aus der Grube des abgerissenen Karstadt am Dom wächst das neue ­Joseph-Pschorr-Haus empor, gerade ­arbeiten sie am Keller und Erdgeschoss. Im Herbst 2013 sollen dort die Läden von Sport Scheck und den beiden Modeketten Forever 21 und Mango ihre Pforten öffnen. ­Außerdem finden Büroräume, Luxuswohnungen sowie eine Tiefgarage ihren Platz in dem modernen Bau.

Auf der Suche nach verborgenen Bauschätzen

In der Hofstatt werkeln zurzeit nicht nur Bauarbeiter an dem Großprojekt aus Einkaufspassage, Büros und Wohnungen. Denn das etwa 11 000 Quadratmeter große Gelände zwischen Färbergraben, Sendlinger Straße sowie Hacken- und Hotterstraße ist auch ein Paradies für Archäologen.

Der Grund: an dieser Stelle soll schon im zwölften Jahrhundert eine Siedlung bestanden haben. Und die heute ältesten noch erhaltenen Gebäudeteile stammen immerhin auch schon aus dem 16. Jahrhundert… Auf der Suche nach verborgenen Bauschätzen arbeiten sich derzeit mehrere Archäologen Schicht für Schicht durch Böden, Decken und Wände der historischen Gebäude. Und dabei ist schon so Manches zum Vorschein gekommen: zum Beispiel jahrhundertealte Nägel, Ofenkacheln und Stuckreste.

München - auferstanden aus Ruinen

München - auferstanden aus Ruinen

Einen Blick auf die Zukunft der Hofstatt sehen Sie hier

Mit der mühsamen Arbeit wollen die Wissenschaftler jetzt versuchen, Rückschlüsse auf die Baugeschichte der Häuser, aber natürlich auch auf das Leben ihrer ehemaligen Bewohner zu ziehen. Das Landesamt für Denkmalpflege hat inzwischen schon mehr als die Hälfte der Gebäudefläche für schützenswert erklärt. Die Kuppel aus Stahl und Glas über dem Lichthof wurde zum Beispiel komplett abmontiert und kommt nach einer Sanierung wieder an ihren alten Platz zurück.

Viel Zeit bleibt dafür allerdings nicht mehr. Bereits Ende dieses Jahres will die amerikanische Modemarke Abercrombie & Fitch in der Hofstatt ihren Flagship Store eröffnen…

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