Wo die Erhaltungssatzung gilt

Hier bleibt die Miete stabil: Gilt der Luxus-Schutz auch bei Ihnen?

Wohnungen in München
1 von 22
Gilt die Erhaltungssatzung auch in Ihrem Viertel? In der Folge sehen Sie Grafiken aller Bereiche in allen Vierteln. 
2 von 22
Gärtnerplatz- und Glockenbachviertel: Sehr beliebtes innerstädtisches Wohnviertel mit attraktivem Altbaubestand. Mit Kneipen, Restaurants, Galerien, Clubs und Kunsthandwerk eines der Zentren des Münchner Nachtlebens. Laufzeit 05/2016 bis 05/2021. 27 ha, 8000 Einwohner, 4900 Wohnungen.
3 von 22
Schlachthofviertel: Arbeiter- und Handwerkerquartier mit hohem Anteil an Kleingewerbe. Zunehmender Wandel durch Gentrifizierung. Angrenzend an den Schlachthof, dichte Blockrandbebauung. Laufzeit 03/2013 bis 03/2018. 28 ha, 9000 Einwohner, 5100 Wohnungen.
4 von 22
Ludwigsvorstadt und Schwanthalerhöhe: Altbauten in hochverdichteter Blockbebauung; traditionell enges Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe. Südliches Bahnhofsviertel multikulturell geprägt. Laufzeit 05/2017 bis 05/2022. 128 ha, 29 900 Einw., 15 900 Wohnungen.
5 von 22
Bennoviertel: Dicht bebautes Innenstadtrandgebiet, überwiegend geprägt durch Geschosswohnungsbau der Nachkriegszeit. Namensgebend für das Viertel ist die Pfarrkirche St. Benno. Laufzeit 02/2014 bis 02/2019 16 ha, 4400 Einwohner, 2500 Wohnungen.
6 von 22
Pündter-/Viktoriaplatz: Klassisches Erhaltungssatzungsgebiet innerhalb des Mittleren Rings; dichte Blockrandbebauung. Attraktive Altbaubestände aus der Zeit vor 1949. Laufzeit 8/2017 bis 8/2022, 30 ha 8000 Einwohner, 4700 Wohnungen.
7 von 22
Untere Au/Untergiesing: Urbanes Gebiet mit relativ dichter Bebauung, geprägt durch Alt- und Nachkriegsbauten. Grenzt im Westen an die Isarauen, im Süden an den Mittleren Ring. Laufzeit 5/2016 bis 5/2021, 57 ha 18 700 Einw., 11 200 Wohnungen.
8 von 22
Sendling Ehemaliges Industrie- und Arbeiterviertel, dichte Blockrandbebauung, überwiegend Altbauten und Gebäude der 50er- und 60er-Jahre. Hauptsächlich Geschosswohnungsbau. Nähe zur Isar. Laufzeit 07/2016 bis 07/2021, 70 ha 19 700 Einw., 10 500 Wohnungen.

Mit 21 Erhaltungssatzungsgebieten stemmt sich die Stadt gegen Gentrifizierung. Oberbürgermeister Dieter Reiter fordert eine Ausweitung der gesetzlichen Regelungen.

Im Stadtrat ist man sich weitgehend einig: Die Erhaltungssatzung ist eine Erfolgsgeschichte. Doch auch ein zweiter Umstand ist unstrittig: Dieses Instrumentarium allein wird für eine Stadt wie München in den kommenden Jahren nicht ausreichen, um Mieter vor dem Preiswahnsinn auf dem Wohnungsmarkt zu schützen. OB Dieter Reiter (SPD) sagte am Mittwoch im Planungsausschuss: „Die Erhaltungssatzung ist nicht mehr das ganz scharfe Schwert.“

Seit 30 Jahren wendet die Landeshauptstadt dieses Instrument an, um gewachsene Milieustrukturen zu erhalten und bezahlbaren Wohnraum in München zu schützen. Derzeit existieren in München 21 Erhaltungssatzungsgebiete (siehe unten), in denen etwa 262.000 Einwohner in 147.000 Wohnungen leben. Das entspricht etwa 17 Prozent der Münchner Bevölkerung, rund 75 Prozent der Bürger wohnen indes zur Miete, wie der OB sagte. In den Vierteln, wo die Erhaltungssatzung gilt, dürfen Mietwohnungen nur in Eigentumswohnungen umgewandelt werden, wenn die Stadt zustimmt. Der Großteil der Erhaltungssatzungsgebiete liegt innerhalb des Mittleren Rings, das heißt in den Innenstadt- und Innenstadtrandbezirken.

Nach den Erfahrungen des Planungsreferats zeigt sich jedoch immer deutlicher, dass Gentrifizierungsprozesse nicht nur in den für den Erlass von Erhaltungssatzungen als geeignet erachteten Bereichen stattfinden, sondern im ganzen Stadtgebiet. Außerdem, so die Rathausbehörde, seien nicht nur Wohnraum, sondern oft auch kleinteiliges Gewerbe und Einzelhandel betroffen. Fazit des Planungsreferats: „Hier gerät das Instrument der Erhaltungssatzung in seiner bisherigen Ausgestaltung an seine Grenzen.“ Eine Erweiterung der gesetzlichen Regelungen erscheine deshalb notwendig, um Einwohner auch außerhalb von Erhaltungssatzungsgebieten vor spekulativen Umwandlungsaktivitäten, Mieterhöhungen und Verdrängung zu schützen.

OB Reiter hatte daher im Sommer in einem Brief an Bundesbauministerin Barbara Hendricks (SPD) schärfere Gesetze zum Mieterschutz gefordert. Kommunen bräuchten bessere Einflussmöglichkeiten, um die fortschreitende Gentrifizierung einzudämmen. Der OB plädiert dafür, den Genehmigungsvorbehalt bei der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen auf das ganze Stadtgebiet auszuweiten. Die Regelung solle künftig für alle Städte mit erhöhtem Wohnungsbedarf gelten. Ferner will Reiter die Position der Mieter stärken, indem die sogenannte Veräußerungssperrfrist von derzeit sieben auf zehn Jahre erhöht wird. Diese gilt in Erhaltungssatzungsgebieten ab dem Zeitpunkt der Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen. Während der Sperrfrist ist ein Verkauf der Wohnungen nur an den jeweiligen Mieter zulässig. Ein weiterer Vorschlag: Statt bisher elf Prozent der Modernisierungskosten sollten pro Jahr nur noch acht Prozent auf die Miete umgelegt werden dürfen (Unser Rechner verrät: So viel Miete sollten Sie eigentlich zahlen). Schließlich fordert Reiter, die Erhaltungssatzung auf alteingesessene Handwerks- und Gastronomiebetriebe anzuwenden.

Die Frage ist, ob diese Forderungen von einer Jamaika-Koalition umgesetzt werden. Die Stadtrats-SPD wünschte den Grünen, die hier auf SPD-Linie liegen, in dieser Hinsicht ironisch „viel Glück“ bei den Verhandlungen. Grünen-Stadtrat Paul Bickelbacher sagte, selbst in Erhaltungssatzungsgebieten seien Bürger nicht vor immensen Erhöhungen geschützt. Nämlich dann, wenn es einen Mieterwechsel gebe. Auch hier müsse es im Zuge einer Reform Höchstgrenzen geben.

Hier finden Sie alle Viertel, in denen die Erhaltungssatzung gilt. Die genauen Abmessungen finden Sie oben in der Bilderstrecke. 

Gärtnerplatz und Glockenbachviertel

Sehr beliebtes innerstädtisches Wohnviertel mit attraktivem Altbaubestand. Mit Kneipen, Restaurants, Galerien, Clubs und Kunsthandwerk eines der Zentren des Münchner Nachtlebens. Laufzeit 05/2016 bis 05/2021. 27 ha, 8000 Einwohner, 4900 Wohnungen.

Schlachthofviertel

Arbeiter- und handwerkerquartier mit hohem Anteil an Kleingewerbe. Zunehmender Wandel durch Gentrifizierung. Angrenzend an den Schlachthof, dichte Blockrandbebauung. Laufzeit 03/2013 bis 03/2018. 28 ha, 9000 Einwohner, 5100 Wohnungen

Baldeplatz/Dreimühlenstraße

Geprägt durch die Nähe zu Isar und Schlachthof, dichte Blockrandbebauung. Gründerzeitliche Gebäude bestimmen das Straßenbild. Satzungsgebiet seit 1988. Laufzeit 11/2013 bis 11/2018. 25 ha, 8300 Einwohner, 4600 Wohnungen

Ludwigsvorstadt und Schwanthalerhöhe

Altbauten in hochverdichteter Blockbebauung; traditionell enges Nebeneinander von Wohnen und Gewerbe. Südliches Bahnhofsviertel multikulturell geprägt. Laufzeit 05/2017 bis 05/2022. 128 ha, 29.900 Einw., 15.900 Wohnungen

Bennoviertel

Dicht bebautes Innenstadtrandgebiet, überwiegend geprägt durch Geschosswohnungsbau der Nachkriegszeit. Namensgebend für das Viertel ist die Pfarrkirche St. Benno. Laufzeit 02/2014 bis 02/2019 16 ha, 4400 Einwohner, 2500 Wohnungen

Maxvorstadt

Innerstädtisches Studentenviertel mit hoher Dichte, überwiegend Nachkriegsbebauung und Geschosswohnungsbau der 50erund 60er-Jahre. Im Umfeld von Hauptbahnhof, Universitäten und Museen. Laufzeit 02/2017 bis 02/2022. 20 ha, 5800 Einwohner, 3800 Wohnungen

Josephsplatz

Urbanes Studentenviertel, Teil der um die Jahrhundertwende (19./20. Jh.) realisierten Stadterweiterung; attraktiver Altbaubestand; hohe Dichte und bebaute Innenhöfe. Attraktive innerstädtische Lage. Laufzeit 07/2017 bis 07/2022 33 ha, 8600 Einwohner, 5600 Wohnungen

Hohenzollernplatz

Innerstädtische Lage mit sehr guter Infrastrukturversorgung; gemischte Baualtersstruktur, hohe Dichten. Gemischter Einzelhandel entlang der Hohenzollernstraße; Markt auf dem Elisabethplatz. Laufzeit 02/2014 bis 02/2019 39 ha, 8600 Einwohner, 5300 Wohnungen

Milbertshofen

Traditionelles Arbeiterviertel mit starker Mischung von Wohnen, Gewerbe und Industrie; heterogene Gebäudestruktur mit zahlreichen Nachkriegsbauten. Mehrere Grün- und Erholungsflächen in der Nähe. Laufzeit 11/2016 bis 10/2021 133 ha, 29.200 Einw., 14.600 Wohnungen

Alte Heide

Kleinstes und einziges in seiner Bebauung komplett homogenes Erhaltungssatzungsgebiet. Entstanden nach dem Ersten Weltkrieg als Arbeitersiedlung nach den Plä- nen von Theodor Fischer. Laufzeit 11/2013 bis 11/2018 10 ha, 2500 Einwohner, 1100 Wohnungen

Sendling

Ehemaliges Industrie- und Arbeiterviertel, dichte Blockrandbebauung, überwiegend Altbauten und Gebäude der 50er- und 60er-Jahre. Hauptsächlich Geschosswohnungsbau. Nähe zur Isar. Laufzeit 07/2016 bis 07/2021, 70 ha 19 700 Einw., 10 500 Wohnungen

Harras/Passauerstraße

Geprägt durch Geschosswohnungsbau der 50er- und 60er-Jahre; grenzt an die Erhaltungssatzungsgebiete Sendling und Sendling-Westpark. Harras als Stadtteilzentrum. Laufzeit 11/2013 bis 11/2018, 36 ha 7300 Einwohner, 4000 Wohnungen

Sendling-Westpark

Größ- tes Erhaltungssatzungsgebiet, sehr heterogen mit Geschosswohnungsbau der 50er- bis 70er-Jahre, Reihenhäusern und kleinen Anlagen mit Wohntürmen. Laufzeit 2/2016 bis 2/2021, 133 ha 22.900 Einw., 12.900 Wohnungen

Neuhausen

Städtisch geprägtes, attraktives Wohngebiet. Es liegt außerhalb, aber angrenzend an den Mittleren Ring. Die bauliche Erscheinung wird durch Geschosswohnungsbau dominiert. Laufzeit 7/2016 bis 6/2021, 23 ha 6400 Einwohner, 3700 Wohnungen

Untere Au/Untergiesing

Urbanes Gebiet mit relativ dichter Bebauung, geprägt durch Alt- und Nachkriegsbauten. Grenzt im Westen an die Isarauen, im Süden an den Mittleren Ring. Laufzeit 5/2016 bis 5/2021, 57 ha 18.700 Einw., 11.200 Wohnungen

Pündter-/Viktoriaplatz

Klassisches Erhaltungssatzungsgebiet innerhalb des Mittleren Rings; dichte Blockrandbebauung. Attraktive Altbaubestände aus der Zeit vor 1949. Laufzeit 8/2017 bis 8/2022, 30 ha 8000 Einwohner, 4700 Wohnungen

Tegernseer Landstraße

Überwiegend Blockrandbebauung, viele Altbauten und Wohngebäude der Nachkriegszeit. Stadtteilzentrum Tegernseer Landstr. mit gewerblich genutzten Erdgeschossflächen. Laufzeit 11/2015 bis 11/2020 26 ha, 6800 Einwohner, 4100 Wohnungen

Trauchberg-/Forggenseestraße

Geprägt durch Wohnhäuser in lockerer mehrgeschossiger Zeilenbauweise, viele Grünflächen. Viele Wohngebäude aus den Nachkriegsjahren. Laufzeit 11/2015 bis 11/2020 36 ha, 8200 Einwohner, 4400 Wohnungen

Wettersteinplatz

Außerhalb des Mittleren Rings, aber gut an die Innenstadt angeschlossen. Vorwiegend Geschosswohnungsbau der 50er- und 60er-Jahre, aber auch Altbauten. Grünwalder Stadion grenzt direkt an. Laufzeit 05/2016 bis 05/2021 25 ha, 6000 Einwohner, 3200 Wohnungen

Haidhausen

Beliebtes innerstädtisches Wohnviertel mit großem Bestand an gründerzeitlichen Altbauten. Überwiegend mehrgeschossige Blockrandbebauung, gemischte Nutzungsstruktur. Laufzeit 03/2016 bis 03/2021 100 ha, 29 400 Einw., 16 600 Wohnungen

Laim

Typische Bebauung der Nachkriegsjahre: Gemischte Baustrukturen von Zeilen- bis zu offener Blockrandbebauung. Viel Abstandsgrün zwischen den Wohngebäuden. Liegt außerhalb des Mittleren Rings. Laufzeit 04/2015 bis 04/2020 66 ha, 13.500 Einwohner, 7600 Wohnungen

Von Klaus Vick

Auch interessant

Meistgesehen

Stadt
Unsere Bilder des Tages
Unsere Bilder des Tages
Schaurige Krampusse ziehen über Münchner Christkindlmarkt
Schaurige Krampusse ziehen über Münchner Christkindlmarkt

Kommentare