Hier funkt's gewaltig!

Vodafone rüstet Netz in München auf

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Links: Oliver ­Baumann von Vodafone zeigt die Basisstation auf dem Dach von Auto-Häusler. Rechts: Hier stehen die 1150 Funk-Anlagen der Stadt (zum Vergrößern hier klicken)

München - Mit einem milliardenschweren Investitionsprogramm will Vodafone Qualität und Geschwindigkeit seiner Netze verbessern sowie Strom sparen. In München beginnt die Umrüstung der Sendestationen.

Acht Masten mit Mobilfunkantennen stehen auf dem Dach von Auto-Häusler an der Landsberger Straße. Alle Netzbetreiber sind hier vertreten. Oliver Baumann steuert auf die vier Schaltschränke der Vodafone-Anlage zu. „Hier“, sagt er, und deutet auf drei mit Elektronik vollgestopfte Schränke. „Das ist die alte Technik“. Dann öffnet der Netzplanungs-Chef der Vodafone-Niederlassung München den vierten Schrank. Der ist fast leer. Bisher ist hier nur ein Modul für das superschnelle LTE-Netz montiert. Demnächst wird die Aufrüst-Elektronik für die älteren Handynetze GSM und UMTS hinzukommen – und den Schrank noch immer nur zur Hälfte füllen. Außerdem folgen noch zwei Schuhkarton-große Module am Mast.

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Die neue Technik, die die zehn Jahre alten Vorgänger ablöst, ist kleiner und kann mehr. Die Sprachqualität, so Baumann, werde sich verbessern. Gleichzeitig wird die Datenübertragungs-Technik Edge flächendeckend aktiviert – für schnelleres Internet auf alten Handys. Das UMTS-Netz wird auf bis zu 42,2 Megabit pro Sekunde aufgebohrt. Vor allem aber sollen die Netze stabiler werden. Bisher brechen acht von 1000 Verbindungen vorzeitig ab, so Baumann zum Münchner Merkur. Nach der Umrüstung sollen es nur noch halb so viele sein.

Zugleich spart die neue Technik Strom: Eine durchschnittliche Basisstation verbraucht derzeit rund 26 00 Kilowattstunden im Jahr, nach der Umrüstung sollen es rund 17 000 Kilowattstunden sein. In den 570 Vodafone-Stationen in und um München wird dann so viel Strom gespart, wie 1450 durchschnittliche Drei-Personen-Haushalte verbrauchen.

Mit der Umrüstung wolle Vodafone bei der Netzqualität wieder auf Platz eins klettern, sagt Baumann. Das lässt sich der Konzern einiges kosten: In den Jahren 2014 und 2015 wachsen die Investitionen von einer auf jeweils zwei Milliarden Euro. Bei der Umrüstung seien kurzfristige Beeinträchtigungen nicht zu vermeiden, sagt Baumann. Jeweils für ein bis zwei Stunden müsse jede Basisstation abgeschaltet werden. Empfang gibt’s aber über benachbarte Funkzellen.

Pünktlich zum Oktoberfest soll München flächendeckend mit neuster Technik versorgt sein. Ausruhen werden sich die Vodafone-Techniker auch dann nicht. Weil Smartphones und Tablets das Internet zunehmend in die Welt des Mobilfunks tragen, wächst der Datenverkehr rasant. „Zurzeit haben wir jedes Jahr eine Verdopplung“, sagt Baumann. Die Nutzer zehren die neu geschaffene Bandbreite mit Videodownloads und anderen datenintensiven Anwendungen schnell wieder auf – vor der nächsten Aufrüstung.

Peter T. Schmidt

1150 Stationen in der Stadt

Logisch: Die Millionenstadt München ist ein wichtiger Markt für die Mobilfunk-Anbieter. Deshalb gibt’s hier auch eine hohe Dichte an Basisstationen. Insgesamt rund 1150 der Funk-Anlagen sind über die ganze Stadt verteilt, wie die Grafik zeigt. Wenn Sie näher hinschauen wollen: Im Internet bei www.muenchen.de gibt’s eine Karte, bei der Sie sich ranzoomen können.

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