Hier gräbt uns München das Wasser ab

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Der Miesbacher Bezirksvorsitzende der Fischer Stefan Moser zeigt, wo die Stadtwerke das Wasser von der Leitzach abzapfen. Gleiches passiert an Schlierach und Mangfall. Moser beklagt für die Natur viel zu niedrige Wasserstände an allen drei Flüssen

München - Zwischen den Naturschützern in Miesbach und Rosenheim sowie den Stadtwerken München kracht es wegen des Pumpspeicherkraftwerks an der Leitzach. 

Grund: Die SWM wollen die Genehmigung für ihr Pumpspeicherkraftwerk an der Leitzach um 30 Jahre verlängern lassen. Die Naturschützer fordern Zugeständnisse an die Natur.

Am Donnerstag ging in Miesbach die neu gegründete „Mangfall-Allianz“ an die Öffentlichkeit – eine Vereinigung des Bund Naturschutz, des Alpenvereins, von Fischereiverbänden, Vogelschützern und Kanufahrern – insgesamt 17 Vereinigungen in den beiden Landkreisen. Sie kämpfen gegen die Auswirkungen des Kraftwerks auf Leitzach, Schlierach und Mangfall.

Seit 1913 zapfen die Stadtwerke die drei Flüsse bei Miesbach an und entnehmen dort den Großteil des Wassers. Das landet erst im Seehamer See. Von dort aus wird das Wasser in das Pumpspeicherkraftwerk geleitet. Für die älteste der drei Turbinen läuft jetzt die Genehmigung aus, die SWM haben die Verlängerung für weitere 30 Jahre beantragt.

„Von Zugeständnissen an die Natur ist im Antrag keine Rede“, schimpft Lotte Pichler vom Deutschen Alpenverein Leitzachtal. Dabei seien die Schäden an der Natur entlang der Flüsse seit Jahrzehnten enorm: So sei seien das Grundwasser gefallen sowie Feuchtbiotope und Quellen verödet. Fische hätten keine Chance, die drei Meter hohen Stauwehre zu passieren. Außerdem sei der Wasserstand viel zu niedrig. „Zu wenig für Fische und ihre Nährtiere, es müsste das Doppelte sein“, so Thomas Moser, Vorsitzender des Bezirksfischereiverbandes Miesbach-Tegernsee.

Der SWM-Kraftwerkschef Stephan Schwarz weist die Kritik zurück: „Es geht nur um die Verlängerung der Wasserrechte zwischen Seehamer See und Leitzachwerk. Die Frage der Zuflüsse zum Seehamer See ist nicht betroffen.“ Man sei gesprächsbereit, was die Menge des Restwassers in den Flüssen betreffe. „Man kann auch über den Einbau von Fischtreppen an den Wehren reden.“ Die Gründung der Mangfall-Allianz macht Schwarz aber wütend: „Das ist eine Beschmutzung der SWM, die sich sehr um den Naturschutz und den Ausbau der regenerativen Energien bemühen.“

Johannes Welte

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