Hier ist Anzapfen Frauensache

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Konzentration! Anzapf-Profi Helmut Huber zeigt tz-Reporterin Simone Herzner, wie sie den Wechsel ins Fass treiben muss. „Nicht schlecht für den Anfang, das Mädel hat Talent“, lobt der Lehrer, der einst die tz-Anzapf-Meisterschaften gewonnen hat

Fünf Pfund wiegt der Holzschlegel, mit dem wir Frauen den Wechsel ins Fass treiben sollen.

Ganz schön schwer – aber wir schaffen das! Beim Anzapfkurs für Journalisten gestern in der Paulaner-Brauerei hatten die Reporterinnen eindeutig die höhere Trefferquote. Hier war Anzapfen Frauensache – ein Trend, der sich auf der Wiesn fortsetzt: Immer mehr Damen dürfen inzwischen in einem der Zelte das „Ozapft is!“ ausrufen.

Die Kabarettistin Monika Gruber zapft im Hackerzelt an, im Hippodrom versucht es erstmals Schlagerstar Claudia Jung. SAT.1-Moderatorin Eva Grünbauer hat das Anzapfen gestern bei besagtem Termin gelernt. Sie hat sich gar nicht schlecht angestellt – auch tz-Wiesn-Reporterin Simone Herzner hat Lehrer Helmut Huber Talent attestiert: „Ihr müsst euch nur trauen!“, hat der pensionierte Braumeister und meisterhafte Anzapfer geraten. Huber bringt den bayerischen Politikern von Ude bis Beckstein das Anzapfen bei. Eine hohe Ehre, die ihm der zweifache Sieg bei den tz-Anzapf-Meisterschaften eingebracht hat, die unsere Zeitung 1969 und 1970 ausgerufen hatte. „Wir mussten ein 30-Liter-Fass zehn Meter weit tragen, auf den Ganter hieven, anzapfen und der Jury eine bis zum Eichstrich eingeschenkte Mass servieren“, erzählt Huber, der das in 37,5 und 41 Sekunden geschafft hat.

So schnell sind wir Damen (noch) nicht. Huber erklärt: „Mit dem ersten Schlag ganz sachte Anklopfen. Dann ein, zwei gezielte Schwünge nachschieben, und das Bier läuft!“ Aber halt! Zuerst müssen wir wissen, wie wir den Wechsel überhaupt halten müssen. Aha, den Daumen durch den Messingring stecken, mit dem man den Hahn aufdreht und den Hahn fest mit der Faust umschließen. Jetzt den Wechsel von schräg unten an den Schredel halten. So heißt das verplombte Loch im Fass, in das der Wechsel reinsoll.

„Aber wehe, dir rutscht das Ding aus der Hand“, warnt Monika Gruber. „Dann saust dein Dirndl sauber ein!“ Damit ihr das auf der Wiesn nicht passiert, übt sie jedes Jahr für ihren Auftritt. 2007 war sie mit zwei Schlägen sogar besser als OB Ude, der drei gebraucht hat. „Den Herrn Ude zu schlagen will ich 2008 wieder schaffen!“ Claudia Jung hat nicht ganz so ehrgeizige Ziele, bekommt zudem Unterstützung von Alfons Schuhbeck. Geübt hat sie noch nicht: „Wird schon schiefgehen“, hofft die Sängerin, die bei den Freien Wählern für den Landtag kandidiert. „Damit ich mir nicht gleich mein Dirndl ruiniere, binde ich mir eine Gummi-Schürze rum.“

Eine Schürze hat Eva Grünbauer gar nicht gebraucht. Mit drei Schlägen trieb die Moderatorin den Wechsel meisterlich und ohne Spritzer ins Fass. Anzapfen ist halt Frauensache …

Quelle: tz

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