Lesermeinungen

Leserreporter: Hier ist München für Radler am gefährlichsten

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Der rote Radstreifen an der Residenzstraße war lange Zeit das Paradebeispiel für Radler-Probleme: Wir haben unsere Leser gefragt, wo in München die gefährlichsten Ecke für Radfahrer sind.

München - Die Landeshauptstadt landet auf Platz 12 der fahrradfreundlichsten Städte Deutschlands. Wir haben unsere Leser gefragt, wo es in München am gefährlichsten für Radlfahrer ist.

Die bayerische Landeshauptstadt landete bei einem ADFC-Ranking der fahrradfreundlichsten Städte in Deutschland lediglich auf Platz 12. Grund dafür seien die viel zu schmalen Radwege, zahlreiche Baustellen und Ampeln, die eine unpraktische Schaltung für Radler haben. Dutzende unserer Leser schlossen sich dieser Meinung an, daher haben wir gefragt an welchen Ecken es für Radler in München am gefährlichsten ist.

Rund um den Mittleren Ring

Konrad Eberl aus München prangert neben der Kreuzung Schenkendorfstraße/Ecke Ungererstraße, auch den Mittleren Ring an. Kommt man aus der Richtung Bogenhausen ist es für Radfahrer ziemlich gefährlich, da es auf der Kreuzung keine Fahrradwegmarkierungen, geschweige denn überhaupt einen Radweg zu geben scheint. Die Radlfahrer müssen dann zwangsweise auf die befahrene Straße ausweichen.

Die Kreuzung Schenkendorfstraße/Leopoldstraße zeigt das Problem mit den Ampelschaltungen auf, schreibt Münchnerin Pia Meyer. Ihrer Meinung nach sind die Schaltungen geradezu lebensgefährlich für Radfahrer.

Radwege immer öfter auf der Straße

Zudem werden Fahrradwege immer öfter auf die Straße verlegt, das berichtet auch Michael Weber aus München. Die Kreuzung Leopoldstraße und Franz-Joseph-Straße wurde umgebaut. Seither wird man auf der Franz-Joseph-Straße in Richtung Leopoldstraße rund 100 Meter vor der Kreuzung als Fahrradfahrer auf die Straße umgeleitet. Der ursprüngliche Radweg wurde zurück gebaut und der gestrichelte Fahrradweg auf der Kreuzung wurde ebenfalls so verschoben, dass man als Radlfahrer nun mit den Autos auf einer Spur fährt.

Tegernseer Landstraße angeprangert

Die Münchnerin Daniela Lindemann verweist auf die Tegernseer Landstraße. Diese sei generell gefährlich für Zweiradfahrer. Nicht nur, dass es dort generell sehr eng ist, auch fahren Autos und große LKWs besonders dicht an den Fahrradfahrern vorbei. Ab der Ecke St. Bonifatius-Straße, weiter Richtung Regerstraße wird es dann nochmal richtig gefährlich. Fährt man die Regerstraße weiter, erreicht man auf Höhe des Ostfriedhofs eine sehr schmale Brücke. Für Radfahrer, so die Münchnerin, ist es dort beinahe selbstmörderisch weiterhin auf der Straße zu bleiben. Einen offiziellen Radweg gibt es dort allerdings nicht.

Gefährliches Eck für Radlfahrer: Chiemgaustraße/Schwanseestraße.

Eine ebenso gefährliche Kreuzung ist die Chiemgaustraße/Ecke Schwanseestraße. Der Münchner Marco Bürger hat uns dazu noch ein passendes Foto geschickt.

Unterführungen immer unsicherer

In München sind Unterführungen generell eine Gefahr für Radfahrer schreibt uns Philipp Ostaschewski. Beispiele wären die Unterführung unter der Autobahnauffahrt A9 auf Höhe Münchner Tor in Fahrtrichtung Osten und die Unterführung vom Hofgarten bzw. der Staatskanzlei zum Englischen Garten, außerdem auch die Unterführung unter der Ludwigsbrücke, der Corneliusbrücke sowie der Reichenbachbrücke. Hier ist unter anderem auch ein großes Problem, dass die Trennung von Fuß- und Fahrradweg kaum ersichtlich ist oder manchmal sogar gar nicht erst vorhanden ist.

Kommt man mit dem Fahrrad auf dem Petuelring aus Richtung Westen wird man Zeuge einer etwas verwirrenden Radwegführung, erzählt Phillip Ostaschewski weiter. Erst wird man auf die Straße umgeleitet, um dann einige Meter weiter an der Einfahrt in die Lerchenauer Straße wieder auf einen richtig angelegten Radweg geschickt zu werden. Zudem ist die Führung auf die Birnauer Straße recht gefährlich, da sich die Sicht in die Straße für Radfahrer durch die knappe Bemessung nach dem letzten PKW-Stellplatz als sehr schwierig erweist.

Fehlende Ampeln und keine Beschilderungen

Am Platz der Opfer des Nationalsozialismus fehlt vom Maximiliansplatz kommend für Rechtsabbieger in die Briennerstraße die Beschilderung und auch die Ampel scheint sehr versteckt angebracht zu sein, so der Münchner Philipp Ostaschewski. An der Leopoldstraße/Ecke Georgenstraße fehlt eine Ampel in nördlicher Richtung, dadurch landen Passanten und Radfahrer, die die Leopoldstraße überqueren direkt im ungebremsten Radverkehr.

Autofahrer hupen und schimpfen

Gefährlich ist es auch auf der Fasangartenstraße in Richtung Osten von der Autobahnbrücke bis hin zur Unterhachinger Straße, schreibt uns Kirsten Busch. Dort gibt es für Fahrradfahrer keinen Radweg, daher müssen die Radfahrer auf die Straße ausweichen. Die Autofahrer haben dafür allerdings keinerlei Verständnis und hupen und überholen in minimalem Abstand. Teilweise werden die Radfahrer an dieser Stelle auch von den PKWs gefährlich geschnitten.

Außerdem erzählt Kirsten Busch weiter, dass an der Kreuzung Peter-Auzinger-Straße und Tegernseer Landstraße Richtung Osten der Fahrradweg hinter den parkenden Autos verläuft. Auf der Kreuzung wird der Radweg dann vorfahrtberechtigt eingeleitet, rechts abbiegende Autofahrer achten hier allerdings oft nicht auf mögliche Radfahrer, daher müssen auch hier Fahrradfahrer größte Vorsicht walten lassen.

Wo ist München besonders gefährlich? Schreiben Sie uns

mt

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