Hier machen sie die U-Bahn wieder flott

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Sowohl bei den A- als auch bei den C-Zügen können die Techniker die Probleme nur beheben, wenn die Drehgestelle ausgebaut sind. Rechts ein abgenutzter Radreifen

München - Jetzt geht’s richtig rund – und zwar wegen der Radreifen! Die Serienschäden der Münchner U-Bahn: Sie sorgen seit Montag für mächtig Druck in der Werkstatt.

 Die Wagen müssen schnellstmöglich repariert werden, damit die MVG bald wieder das volle Programm fahren kann.

Zu Besuch in der Technischen Basis in Fröttmaning: Eng ist es hier, jeder Quadratmeter wird genutzt. Die Züge stehen auf Hebebühnen, die Drehgestelle mit den Motoren und den Rädern sind ausgebaut, werden weiter vorn bearbeitet. Aktuell gibt’s zwei größere Probleme: Bei den neuen C-Zügen verschleißen die stählernen Radreifen viel stärker als geplant – gleichzeitig treten bei einigen älteren A-Zügen Schäden an wichtigen Gummi-Dämpfern auf.

Günter Pedall, U-Bahn-Chef der MVG zum Münchner Merkur: „Allein durch diese beiden Serienschäden benötigen 70 Wagen eine Bearbeitung der Drehgestelle in der Werkstatt.“ Ein irrer Aufwand. Bei den A-Zügen muss man drei bis vier Tage pro Doppeltriebwagen rechnen. Bei den C-Modellen dauert’s sogar noch länger.

Münchens schönste U-Bahnhöfe

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Denn: Die Züge sind zu lang für die Hebebühne. Man kann sie aber nicht einfach in der Mitte abkoppeln, sondern muss sie auseinanderbauen. Allein das nimmt zwei Tage pro Zug in Anspruch. Insgesamt ergibt das eine Herkules­aufgabe. Bis wann alle Reparaturen erledigt sind? Da will Pedall keinen konkreten Termin nennen – aber das erste Etappenziel ist in Sichtweite. Pedall sagte, dass die U1 möglichst Ende März wieder normal fahren soll. „Und dass dann auch wieder ein Reservezug zur Verfügung steht.“ Aktuell sind zu Spitzenzeiten alle funktionsfähigen Züge im Einsatz – und auf der U1 zwischen Olympia-Einkaufszentrum und Mangfallplatz fährt jeder zweite Zug verkürzt.

Denn: Natürlich geht die Sicherheit vor. Wenn die Radreifen bis auf eine bestimmte Markierung abgefahren sind, muss der Zug stehenbleiben. Pedall: „Da machen wir keine Kompromisse.“ Wie hoch der Schaden insgesamt ist, lässt sich noch nicht sagen. Immerhin, die ganze Sache hat auch was Gutes: Wenn die Drehgestelle schon mal ausgebaut sind, erledigen die Techniker einige Wartungsarbeiten gleich mit, die nach dem regulären Zeitplan eigentlich erst später dran gewesen wären. So wird die Flotte insgesamt besser in Schuss sein. Und unsere U-Bahn ist dann bald wieder flott.

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