Hier ist Platz für neun Millionen Mass Bier

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Ein Prosit auf die neuen 14-Tonnen-Tanks! Die Musiker vom „Blechhauf’n“

München - Das Hofbräuhaus rüstet auf! Biergarten, Oktoberfest, Oide Wiesn – im Sommer läuft die Brauerei auf Hochtouren, damit der Durst der Bayern auch ja gestillt wird. Jetzt gibt es neue Tanks.

Mit acht neuen Edelstahltanks erweitert das Staatliche Hofbräuhaus in Riem jetzt seine Kapazitäten. Ab sofort fließen durch die riesigen Gär- und Lagertanks jährlich 90 000 Hektoliter mehr Bier. Das entspricht neun Millionen Mass – 1,5 Mal soviel wie auf einem durchschnittlichen Oktoberfest getrunken werden.

„Wir sind zuletzt an unsere Grenzen gekommen, wir konnten nicht mehr alles rechtzeitig ausliefern, was bestellt war“, erklärt Hofbräu-Direktor Dr. Michael Moeller die Erweiterung.

Mit den neuen, silber glänzenden Tanks ist die Brauerei vor allem für ihre neueste Kreation gerüstet: Das dunkle Oktoberfestbier für die Oide Wiesn. 1000 Hektoliter wird Hofbräu davon im Theaterzelt ausschenken, abgefüllt in die traditionellen Steinkrüge, die Keferloher. „Dafür entwickeln wir gerade ein neues Design“, verrät Brauerei-Sprecher Stefan Hempl.

Das Lieblings-Bier der Deutschen

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Spannender als die Krüge selbst wird der Inhalt: Denn seit Wochen basteln die Brauer an einer neuen Geheim-Rezeptur. Der Geschmack des Oidn-Wiesn-Biers wird am Schreibtisch entwickelt. Die Brauer können sich nur auf ihr Bauchgefühl und ihre Erfahrung verlassen – einen Probelauf gibt es nicht. Hopfen, Malz und Wasser – je nach Sorte und Mischverhältnis ändert sich der Geschmack. Verwendet wird Wasser aus dem eigenen Brunnen und Hopfen-Pellets, die eine konstante Qualität ermöglichen.

Fünf bis sechs Wochen dauert es dann, bis das Bier genussfertig ist. Ein eher malzaromatisches Bier will Hofbräu den Gästen auf der Oidn Wiesn servieren. Um den traditionellen Charakter zu verstärken, wird der dunkle Gerstensaft von den technischen Stahltanks in robuste Holfässer umgefüllt. „Wir haben für 60 000 Euro 130 Holzfässer gekauft. Die kommen dann in einen extra Kühlcontainer auf der Wiesn“, erklärt Hempl.

Das neue Oide-Wiesn-Bier und der gewaltige Durst der Bayern ist aber nicht der alleinige Grund für die neuen Tanks. Das Hofbräuhaus exportiert den Gerstensaft in 34 Länder. Am meisten lieben Amerikaner und Italiener das bayerische staatliche Bier. „Wir wachsen dort im zweistelligen Prozentbereich“, weiß Hempl.

Das freut auch den „obersten staatlichen Braumeister“ (so Moeller), Finanzminister Georg Fahrenschon, der die neuen Tanks am Mittwochnachmittag einweihte: „In München steht ein Hofbräuhaus – den Gassenhauer kennt jeder. Und damit das auch so bleibt, freuen wir uns über die neuen Tanks.“

Maria Zsolnay

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