Kunst und Krempel

Hier räumt Noch-OB Ude sein Büro

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Ausräumen und Kartons packen: OB Christian Ude zieht aus seinem Amtszimmer im Rathaus aus.
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Ausräumen und Kartons packen: OB Christian Ude zieht aus seinem Amtszimmer im Rathaus aus.
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Diese riesige Holzkatze hat Christian Ude mal von Freunden zum Geburtstag bekommen. „Jeder weiß, dass ich ein unheilbarer Katzenfan bin“, verrät der 66-Jährige. In seiner Wohnung kommt die Figur erst mal in den Keller.
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Das Amtszimmer ist zwar möbliert. Diese antike, abschließbare Kommode hat OB Ude aber selbst mitgebracht. An dem Stück hängen viele Erinnerungen: „Die Kommode ist ein Erbstück von meinem Vater und stand schon bei uns im Wohnzimmer, als ich noch ein Kind war.“ Im Rathaus lagerte er in den drei Schubfächern Geschenke und Bücher. In ihrer Wohnung haben Christian Ude und Edith von Welser-Ude einen Platz im Schlafzimmer dafür freigeräumt.
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Dieses knallige Wahlplakat hat Künstler Rupprecht Geiger (†) 1999 für Ude entworfen. Die Original-Lithografie nimmt der OB auch mit: „Dafür muss daheim was weg.“
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Diese Skulptur stammt von einer italienischen Künstlerin und stand lange im OB-Büro. Sie stellt einen Mix aus einem Hochhaus und Totenpfahl dar. Ude: „Die kommt daheim ins Arbeitszimmer.“
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München - Eigentlich muss er erst am 30. April raus, doch Noch-Oberbürgermeister Christian Ude steckt schon jetzt mitten im Umzugs-Stress. Die tz besuchte ihn.

Prüfend beäugt Christian Ude (66, SPD) den dicken Schmöker in seiner Hand. „Europa zwischen Rom und Byzanz“, zitiert er den Titel. „Brauche ich nicht, kriegt die Stadtbibliothek.“ Zack, landet das Buch auf dem Stapel neben ihm. Zum 30. April muss er sein Büro für Dieter Reiter (55, SPD) räumen. Doch schon jetzt steckt er mitten im Umzugs-Stress …

„Bei meinen letzten Büro-Umzügen war ich immer viel zu spät dran“, verrät Ude. „Jetzt hat mich der Ehrgeiz gepackt.“ In seinen Amtsräumen im Rathaus heißt es jetzt: Schränke ausräumen, Bilder abhängen, Unterlagen sortieren. Allein in dem Holzregal im kleinen Rückzugszimmer standen 300 Bücher! Und der OB ist kräftig am Sortieren: Der große Korb kommt heim in seine Schwabinger Privatwohnung, der Rest ins Stadtarchiv und die Stadtbibliothek. „Das ist oft gar nicht so einfach. Vor allem wenn Widmungen drin stehen.“

Viel verschenkt Ude auch: „Erst gestern waren 40 Senioren aus dem Augustinum bei einer Führung da – jeder von ihnen durfte sich drei Bücher mitnehmen.“ Wegschmeißen bringt er nicht übers Herz: „Ich bin in einem Literaturhaushalt aufgewachsen. Deshalb hat sich auch so viel angesammelt.“ Seit Wochen packt Ude jeden Tag Stofftaschen und Kartons voll, fährt sie schon in seine Wohnung am Kaiserplatz. „Wir haben extra den Heizungsraum im Keller freigeräumt – eine Abmachung mit meiner Frau.“

In 20 Jahren Amtszeit kommt viel zusammen: Im Büro finden sich auch viele Kunstwerke und Bilder, etwa Karikaturen von Ernst Maria Lang oder Dieter Hanitzsch – der Großteil sind Geschenke. Seine Lieblingsstücke nimmt der OB mit, der Krempel (etwa eine riesige Kerze zum Stadtgeburtstag) wird verschenkt. Bis 30. April muss alles raus: „Dann muss ich das Büro besenrein übergeben“, witzelt Ude. „Und für mich beginnt das lockere Leben.“ Jetzt, wo Rot-Grün keine Mehrheit mehr im Stadtrat hat, werde es in der Politik schließlich nicht einfacher. „Meine Aufgabe war immer, für eine anständige Mehrheit im Stadtrat zu sorgen“, sagt Ude. Aber: „Was man im Wahlkampf versäumt, muss man sechs Jahre lang büßen.“ Mehr lässt er sich zur aktuellen Debatte um die Münchner SPD-Spitze nicht entlocken. Für seinen Wunsch-Nachfolger Reiter sei er jedenfalls immer da: „Ich werde mich nie aufdrängen, aber immer Ratschläge geben, wenn sie gewünscht sind.“

Christina Meyer

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