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Hier schlug das Sex-Phantom zu

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Sonntagnacht hatte der Täter eine Frau verfolgt, die aus dem U-Bahnhof Klinikum Großhadern gekommen war. Als sie an der Haustür war, schlug das Sex-Phantom zu.
Sonntagnacht hatte der Täter eine Frau verfolgt, die aus dem U-Bahnhof Klinikum Großhadern gekommen war. Als sie an der Haustür war, schlug das Sex-Phantom zu. © Ralf Kruse

München - Monatelang war er scheinbar im Winterschlaf. Jetzt müssen Münchens Frauen wieder zittern.

Wie es aussieht, hat das unheimliche Sex-Phantom nach 17 versuchten Vergewaltigungen am Wochenende wieder zugeschlagen – und das gleich zwei Mal. Die Polizei tappt noch immer im Dunkeln. Und der Serientäter vergrößert langsam sein Revier …

Samstagnacht 4 Uhr, ein Treppenhaus in der Safferlingstraße in Neuhausen: Als eine 46-jährige Lehrerin nach einer Geburtstagsfeier die Treppen hochsteigt, greift ihr plötzlich ein Unbekannter unter den Rock und zwischen die Beine. Sie schreit auf, er flüchtet.

Nur knapp zwei Stunden später, in der Heiglhofstraße in Großhadern: Eine Studentin (25) und ihre Freundin steigen nach einem Disco-Besuch am Klinikum Großhadern aus der U-Bahn. Kurz darauf trennen sich ihre Wege. Die 25-Jährige überholt einen Unbekannten. Als sie die Haustür aufsperren will, ist der Mann da: Er zieht ihre Jacke und den Rock nach oben. Sie schreit, er flüchtet.

„Bei beiden Fällen prüfen wir einen Zusammenhang mit den bisherigen Taten“, so Claudia Haas von der Münchner Polizei. Denn sie tragen die Handschrift des Serientäters: Seit zweieinhalb Jahren lauert der Mann seinen Opfern auf dem Nachhauseweg auf, begrabscht sie dann an der Brust oder zwischen den Beinen. Wenn sich die Opfer wehren, haut er ab.

Trotzdem weiß die Polizei nur so viel: Er ist zwischen 20 und 40 Jahre alt und trägt meist eine Baseballkappe. Einige seiner meist zierlichen Opfer beschreiben ihn als südländischen Typ mit ausländischem Akzent. Bislang war er vor allem in den Stadtteilen Giesing (5), Trudering (4), Neuperlach (3) und Pasing (3), aktiv, je einmal in Laim und in der Au. Nun vermutlich Fall 18 und 19 in Neuhausen – und erstmals am äußersten Stadtrand in Großhadern. Warum aber bekommt ihn die Polizei nicht zu fassen?

Seit Juni 2007 fahnden vier Beamte der „Ermittlungsgruppe Elsenheim“ (benannt nach einem Tatort in der Elsenheimerstraße) verstärkt nach dem Mann. „Wir haben ein eigenes Konzept, das wir aus ermittlungstaktischen Gründen nicht preisgeben können“, so Sprecher Andreas Ruch. Probleme bereitet den Ermittlern vor allem die Tatsache, dass der Täter immer von hinten angreift. „Deshalb sind die Täterbeschreibungen der Frauen sehr vage und weichen oft voneinander ab. Das hat bislang noch nicht für ein Phantombild gereicht.“

Weitere Zeugen gibt es nie: „Er wartet immer, bis er mit den Opfern alleine ist und schlägt meist in den frühen Morgenstunden zu, wenn die Straßen leer sind“, so Ruch. Er flüchtet immer zu Fuß: „So ist es schwer, Anhaltspunkte über den Fluchtweg zu bekommen.“ Wenn die Polizei wie am Sonntag fünf Minuten nach der Tat vor Ort ist, ist es schon zu spät. Ruch: „Wir haben ein Täterprofil erstellt und überlegen uns: Wo könnte er wieder auftreten?“ Wenn er jetzt wirklich im ganzen Stadtgebiet unterwegs sein sollte, wird das noch schwerer. „Wir sind nur froh, dass er bislang immer von seinen Opfern abgelassen hat, wenn sie sich gewehrt haben. Aber man muss immer davon ausgehen, dass er tatsächlich eine Vergewaltigung vorhat.“

Nina Bautz

Quelle: tz

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