tz-Report über die Schwerpunkt-Kontrolle

Hier schnappen sie die ersten Radl-Sünder

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Halt, Polizei! Für zwei Radlfahrerinnen wird‘s jetzt teuer

München - Die Münchner Polizei macht Jagd auf die Radl-Rambos! Am Dienstag fiel der Startschuss der mehrwöchigen Kontroll-Aktion. Die tz war dabei und sprach auch mit zwei Sündern.

Nach den mehr als 1000 Unfällen im ersten Halbjahr 2012 rücken die Beamten in den nächsten zweieinhalb Wochen immer wieder zu massiven Kontrollen an.

Am Dienstag der Startschuss an der Ecke Leopold-/Georgenstraße. Ein neuralgischer Punkt: Binnen einer knappen Stunde sind elf Radl-Sünder aus dem Verkehr gezogen worden. Zehn, die bei Rot über die Ampel brausten. Und einer, der während der Fahrt mit dem Handy telefonierte.

Um kurz nach 10 Uhr ist der erste Radler dran. Ein junger Mann mit weißem Hemd, schwarzer Hose und Umhängetasche. Sekunden zuvor ist er bei Rot über die Ampel gefahren. Jetzt hat es ihm die Sprache verschlagen. 100 Euro Bußgeld sind fällig, dazu 23,50 Euro Verwaltungsgebühr – und ein Punkt in Flensburg. Die meisten Radler sind sich ihrer Schuld bewusst – angemessen fanden sie die Strafen nicht. „Das ist Abzocke“, schimpfte eine Studentin. Oder: „War doch alles frei.“ Eine ältere Dame brachte die Kontrolle völlig aus der Fassung: „Ich bin doch nur in Eile, muss schnell ins Gericht.“ Zwölf Sekunden war die Ampel schon rot, als die Frau die Georgenstraße überquerte.

Die Ausrede „Eile“ hörten die Verkehrspolizisten am Dienstag fast immer. Doch die Beamten lassen keine Ausreden mehr gelten. „Wir haben heute nur Radfahrer verwarnt, bei denen die Ampel weit länger als eine Sekunde rot war“, erklärt Polizeihauptkommissar Martin Cornils.

Die 1000 Unfälle mit Radlern und fast ebenso vielen Verletzten lässt der Polizei keinen Spielraum mehr. Fünf Fahrradfahrer sind seit Jahresbeginn sogar ums Leben gekommen. Wobei dafür vor allem unaufmerksame Laster-Fahrer verantwortlich waren.

Wie unsere User über die Polizei-Aktion gegen Radl-Rambos denken, lesen Sie hier.

ff, jam

Bei Rot drüber!

Ich komme aus Burghausen, da wird nicht so kontrolliert. Das ist doch Wahnsinn! 123,50 Euro – ich hab’ doch nichts Kriminelles gemacht! Ich bin zwar bei Rot über die Ampel gefahren. Aber in dieser Situation kann doch nichts passieren.

Florian Burmeister (19), BWL-Student

Mit Humor

Ich nehme die Sache mit Humor. Ich muss ja nur 25 Euro fürs Telefonieren bezahlen. Die Kontrollen sind komplett ungerechtfertigt. Viel wichtiger ist, dass die Leute gegenseitig auf sich Rücksicht nehmen. Dann wäre das Radeln deutlich sicherer!

Michael Kern (44), Besitzer des Clubs Pacha

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