Dortmund besiegt "Fluch von Berlin" - Triumph für Tuchel

Dortmund besiegt "Fluch von Berlin" - Triumph für Tuchel

Hier steigt München in den U-Bus

+
Menschentrauben drängen sich in den Ersatzbus am Sendlinger Tor

München - Ratlose Gesichter, genervte Fahrgäste und ein kaputter Bus: So war Tag eins der Vollsperrung der U-Bahn zwischen Sendlinger Tor und Goetheplatz.

Immer wieder spuckt die U-Bahnstation vor dem Kino eine Traube Menschen aus. Einige bleiben ratlos stehen, andere stürmen zielstrebig zu der aus hellem Holz zusammengezimmerten Ersatzhaltestelle am Sendlinger-Tor-Platz. 

MVG-Mitarbeiter in orangen Warnwesten nehmen die Pendler in Empfang, bugsieren sie zu den Türen der bereitstehenden Busse.

„Weitergehen, benutzen sie alle Türen“, krächzt einer der Männer mit heißerer Stimme und Schweißperlen auf der Stirn. Die Botschaft kommt nicht bei allen an. Zielstrebig walzt sich die Menge durch die hintere Tür in den Bus. Das Resultat: Totale Überfüllung, die Tür geht nicht mehr zu. Aussteigen will aber auch keiner. Und so entlädt sich die geballte Fahrgastwut an den Service-Mitarbeitern der MVG. „Idioten“ oder „Volldeppen“ sind noch die harmloseren Ausdrücke, die die Männer und Frauen an diesem Tag zu hören bekommen. Als der Bus endlich losfährt können sie kurz durchatmen. „Dabei sind es nur 800 Meter bis zum Goetheplatz“, sagt einer kopfschüttelnd zu seinem Kollegen. Dort sieht es nicht viel besser aus. Für zusätzliche Verwirrung sorgt hier ein Bus, der seinen Geist aufgegeben hat. Mit stoischer Ruhe erklärt ein MVG-Mitarbeiter den wütenden Fahrgästen, warum sie in diesen Bus nicht einsteigen können.

Und das ist erst der Anfang. Bis zum 26. April geht in den Röhren unter der Lindwurmstraße nichts mehr. Der Grund: Die Gleise in den 1971 eröffneten Tunnels müssen erneuert werden. Weil die Arbeiten aber so umfangreich sind, können sie weder bei laufendem Betrieb noch in der Nacht erledigt werden, erklärt MVG-Sprecherin Bettina Hess. Deshalb heißt es jetzt am Sendlinger Tor und am Goetheplatz: „Bitte alles aussteigen.“

Bei den Fahrgästen hält sich das Verständnis für die Aktion in Grenzen. Viele fühlen sich schlecht informiert. Dabei ist der Weg aus der U-Bahn zu den Bussen gut ausgeschildert. Und auch die MVG-Mitarbeiter geben ihr Bestes und fangen schon mal einen Fahrgast auf Abwegen ein.

Tobias Gehre

Auch interessant

Kommentare