Cristian überlebte Fall aus 5. Stock

"Hier stürzte ich in die Tiefe"

+
Fast 15 Meter fiel Cristian von seinem Fenster aus auf die Straße runter. Doch der Mann ist topfit.

München - München staunt über dieses Wunder: Cristian C. (29) fällt beim Fensterputz aus dem 5. Stock – und bleibt fast unverletzt. Der tz erzählt er nun die ganze Geschichte.

Drei Tage danach sitzt Cristian C. (29) am Fenster im fünften Stock seiner Bogenhauser Wohnung und starrt in die Tiefe. „Ich kann nicht glauben, dass ich hier runtergefallen bin.“ Wie die tz berichtete, hat der Mexikaner am Freitag beim Fensterputzen das Gleichgewicht verloren. Aber er grinst: Bis auf ein paar Prellungen und einen Brummschädel hat er nichts vom 15-Meter-Sturz davongetragen!

Der Blick aus Cristians Fenster: Fast 15 Meter fiel er hier auf die Straße runter.

Seither blickt der IT-Angestellte immer wieder in fassungslose Augen – dass ihm dabei nichts Schlimmes passiert ist, grenzt an ein Wunder. Er erinnert sich an die Augen vieler Passanten über ihm – als er aus der Ohnmacht auf der Straße erwachte. „Ich glaube, ich bin aus dem Fenster gefallen“, flüstert er ihnen zu. Von da oben? Die können es nicht fassen. Der junge Mann denkt nach. Er hatte früh Feierabend gehabt, ein Bier mit Kollegen getrunken, dann ein paar weitere beim X-Box-Spielen daheim. Gegen 20 Uhr dann der Hausputz. „Und da bin ich nach hinten gefallen …“ Die Passanten unterbrechen ihn: Er soll ruhig bleiben – wer weiß, ob seine Wirbelsäule verletzt ist?

Aber der Mann kramt unter Schock in seiner linken Hosentasche nach dem Handy, ruft die Polizei an. „Die Frau an der anderen Leitung hat mir auch nicht geglaubt“, erinnert er sich gegenüber der tz. Als die Ärzte eintreffen, hieven sie ihn eilig in den Sanka und betäuben ihn sicherheitshalber. Der Patient kann nicht genau sagen, ob er sich verletzt hat. „Ich war voller Adrenalin und habe meinen ganzen Körper kaum gespürt.“

Die zweite Zerstörung Münchens: Bausünden nach dem 2. Weltkrieg

Die zweite Zerstörung Münchens: Bausünden nach dem 2. Weltkrieg

Als er in der Notaufnahme im Bogenhauser Krankenhaus erwacht: dasselbe Bild. „Vor mir standen bestimmt 13 Ärzte und starrten mich an.“ Cristian kommt ins CT, wird geröntgt, erhält drei Infusionen und landet zur Beobachtungen an den Apparaten der Intensivstation.

Eine Krankenschwester ruft Cristians Frau Fabienne (29) an, die gerade unterwegs ist. Die beiden haben vor zwei Jahren in Mexiko geheiratet und wohnen erst seit fünf Monaten in München. „Ich habe einen riesigen Schreck bekommen.“ Auch bei ihr herrscht erst mal Ungläubigkeit: „Als ich aber heimgekommen bin, stand das Fenster offen, auf dem Fensterbrett lagen Putzmittel und Küchenpapier.“ Genau wie ihr Mann es erzählt hat.

Cristian ist jetzt wieder zu Hause. Seine Knie, sein linker Fuß und der linke kleine Finger schmerzen. „Mein Nacken ist steif, und der Rücken tut weh. Ich habe Kopfschmerzen und Schwindel.“ Aber seine Frau sagt: „Das Wichtigste ist, dass er lebt!“ Der Mexikaner ist sich sicher: „Ich hatte an diesem Wochenende wohl einen Glücksengel.“ Schließlich hat er am Samstag auch noch vier Richtige im Lotto gehabt. Cristian scherzt schon wieder: „Ich sollte Batman meine Hilfe anbieten.“

Nina Bautz

Auch interessant

Meistgelesen

Kommentare