360 Exponate zum Kauf angeboten

Hier werden Grundigs Schätze versteigert

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Ein Foto von der Versteigerung.

München - Wie lebt ein Millionär? Was kauft er, was ist seine Leidenschaft, sein Hobby? Im Fall Max Grundigs konnten am Donnerstag Interessierte jedoch einen einmaligen Eindruck erhalten.

Das Auk­tionshaus Hampel in München versteigerte die Schätze Grundigs aus dessen Nachlass. Darunter viel Kunst, antike Schränke sowie weitere hochwertige Exponate aus aller Welt.

Der Nürnberger Radio-Unternehmer war ein leidenschaftlicher Sammler, liebte das Alte, die Geschichten der Dinge. Max Grundig, der 1989 verstarb und mit der Herstellung von Radios millionenschwer geworden war, war viel auf Reisen, sammelte von Teppichen über Möbel bis hin zu Silberbechern allerlei antike Dinge und Krimskrams. Die Erben des Multimillionärs wollen die Stücke aus dem Schlossgut Hohenburg bei Lenggries und der Villa Grundig in Fürth verkaufen. Deswegen wechselte der Nachlass gestern den Besitzer.

Insgesamt 360 Exponate kamen unter den Hammer, zahlreiche Kunsthändler aus Europa sowie auch Privatpersonen boten eifrig mit.

aw

 

Max Grundig

Max Grundig wurde 1908 in Nürnberg geboren. Schon mit 16 Jahren begann er sich intensiv für das damals in Mode gekommene Medium Radio zu interessieren. Stundenlang bastelte er zu Hause an neuen Geräten. Im Jahre 1930 machte er sich mit einem Radiogeschäft in Fürth selbständig, 1933 belieferte er dann die Wehrmacht mit seinen Geräten. In den 1980er Jahren war Grundig mit rund 28 000 Mitarbeitern der größte Arbeitgeber in Mittelfranken. 1984 verkaufte Max Grundig die Aktienmehrheit seines Unternehmens an den niederländischen Elektrokonzern Philips. Grundig starb 1989.

Darum sind wir auf der Auktion

Extra angereist

Ich bin extra aus der Toskana angereist, um heute mitzubieten. Als Kunsthändler kaufe ich viele Sachen ein, mein Schwerpunkt sind alte Waffen. Da es sich hier um keine reine Waffen-Auktion handelt, kann ich das ein oder andere Stück günstiger erstehen. Mal sehen, was ich mit nach Hause nehme. Ein Helm gefällt mir besonders gut. Morgen geht’s noch auf eine andere Auktion, dann fahre ich zurück nach Italien.

Julter Cappelli (69), Kunsthändler aus Siena 

Karpfenbild ist mein Favorit

Ich bin auf der Auktion, um mich über Exponate und Preise zu informieren. Als Kunstexperte ist es interessant zu sehen, was gekauft wird. Die Auktion läuft gut, fast alles geht weg. Vor allem Einrichtungsgegenstände erfreuen sich großer Beliebtheit. Mein Favorit: das Karpfenbild aus dem 20. Jahrhundert.

Edmund Löwe, ehemaliger Kunst&Krempel-Experte aus München

Stück mit Geschichte

Ich habe ein Tabernakelkästchen für 200 Euro ersteigert. Ich mag alte Dinge, vor allem sakrale Kunst und altes Porzellan. Dieses Exponat ist ein Einzelstück aus dem 18. Jahrhundert, es erzählt eine Geschichte, das gefällt mir.

Dieter K. (72), Sammler aus München

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