Ganz München lacht über den Ösi-Christbaum

München - Münchens Christbaum ist für viele eine Riesen-Enttäuschung. Nach der Aufregung um die Hungerfichte war die tz auf Spurensuche. Gibt's keinen schöneren Baum?

Der Stamm ist krumm, die Zweige hängen schlaff runter: Dieses armselige Ding soll unser Christbaum sein? Am Montag wurde die Fichte, ein Geschenk der Gemeinde Aschau (Zillertal), am Marienplatz aufgestellt. Bei dem Anblick drängt sich so manchem schon die Frage auf: Hätte es kein schöneres Exemplar gegeben?

Lesen Sie dazu:

Im Zillertal eine Gefahr - in München ein Prachtstück

Zehn Jahre hat Aschau auf den großen Moment gewartet. Und jetzt das: Ganz München macht sich über die Mager-Fichte aus Österreich lustig! „Wir haben uns wirklich Mühe gegeben, einen schönen Baum zu finden“, sagt der Aschauer Bürgermeister Andreas Egger geknickt gegenüber der tz. „Aber es ist eben nicht leicht, es allen recht zu machen -  das weiß jeder, der schon mal einen Christbaum ausgesucht hat.“

Die ersten Bilder: Der Christbaum 2011

Die ersten Bilder: Der Christbaum 2011

Der Aschauer Bürgermeister persönlich hat die Fichte mitausgewählt. Der tz zeigt er, wo sie stand: Oberhalb des Dorfzentrums an der Gemeindestraße. Ein Problembaum: „Bei starkem Wind hätte er auf die Straße stürzen können“, erklärt Egger. „Jetzt ist es hier wieder sicher.“ Nur ein paar Meter entfernt entdeckt die tz ein echtes Prachtstück an Baum: dichte Zweige, gerader Stamm. Das wär’s doch gewesen! „Ja, der hätte uns auch gefallen. Leider ist er zu kurz“, erklärt Egger. Zu jung, zu kurz, zu weit auf dem Berg: Es sei nicht leicht gewesen, einen Baum zu finden, der alle Vorgaben (z.B. 25 Meter Höhe) erfüllt - und noch dazu optisch was hermacht. So fiel die Wahl auf die Fichte - die wegen ihrer windigen Statur jetzt in München für Wirbel sorgt. „So ist das eben in der Natur“, verteidigt der Bürgermeister den Baum. „Wir entsprechen doch auch nicht alle dem Schönheitsideal.“

Trotzdem: Nach der Baum-Pleite wollen die Aschauer erst recht die Werbetrommel für ihre Heimat rühren. Am 8. Dezember spielen um 17 Uhr die Zillertaler Haderlumpen vom Balkon am Marienplatz. „Außerdem werden wir an unserem Stand im Rathaus-Hof typische Spezialitäten wie Bergkäse und Kaminwurzen anbieten“, verspricht Bürgermeister Andreas Egger. Damit die Münchner sehen, dass das Zillertal auch seine schöne Seiten hat!

Christina Schmelzer

Rubriklistenbild: © Westermann

auch interessant

Meistgelesen

Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zweite Stammstrecke: Wo es in sechs Wochen für wen eng wird
Zweite Stammstrecke: Wo es in sechs Wochen für wen eng wird
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?

Kommentare