Medizinische Versorgung für Philippinen

Hilfe aus München für Taifun-Opfer

München - Mit Hilfsgütern und ärztlicher Versorgung möchten die Organisation "Ärzte der Welt" die Taifun-Opfer auf den Philippinen unterstützen. Rund 40 Tonnen Güter werden am Freitag von Münchner Flughafen aus losgeschickt.

Die Hilfsorganisationen Ärzte der Welt und LandsAid wollen Rettungsgüter und Mediziner auf die Philippinen schicken. Der Allgemeinmediziner Charles Schupet sollte am Freitagabend gemeinsam mit dem Direktor von Ärzte der Welt, Andreas Schultz, von München aus in die vom Taifun zerstörte Region fliegen, teilte die Organisation mit. Zudem sollen 40 Tonnen medizinische und logistische Hilfsgüter in die nördlichen Landesteile gebracht werden.

Am Samstag fliegt ein Team von LandsAid mit 90 Kilogramm Medikamenten nach Cebu auf die Philippinen, kündigte die Hilfsorganisation aus Kaufering an: die Krankenschwester Gabriele Breuckmann aus Meppen, die Ärztin Gunver Werringloer aus Ammerbuch sowie die Ärztin Saskia Jetten aus Hannover. LandsAid-Vorstandschef Hans Musswessels werde das Team begleiten.

Überforderung mit der Katastrophe

Der Taifun vor einer Woche forderte nach Angaben der Vereinten Nationen mehr als 4400 Opfer. „Logistisch ist es im Katastrophengebiet extrem schwierig voranzukommen. Große Probleme in der Basis-Gesundheitsversorgung sind vorhersehbar, da 90 Prozent der Gesundheitseinrichtungen zerstört sind“, sagte Astrid Heckmann, Koordinatorin von Ärzte der Welt.

Die philippinische Regierung hätte nach Einschätzung eines Nürnberger Helfers besser gegen die Folgen des Taifun „Haiyan“ gewappnet sein können. „Es ist eine Katastrophe unglaublichen Ausmaßes - trotzdem hätte es besser laufen müssen, wenn man seitens der staatlichen Stellen besser vorbereitet gewesen wäre“, sagte Moritz Wohlrab von der Aktion Deutschland Hilft auf der Insel Cebu der Nachrichtenagentur dpa. „Es ist offensichtlich, dass die Regierung mit dieser Katastrophe doch ein gutes Stück weit überfordert ist.“

Weitere Ärzte-Teams aus Deutschland unterwegs

Zwar werde die Arbeit der internationalen Hilfsorganisationen koordiniert, doch es fehle der Gesamtüberblick. „Die Koordinierung läuft deutlich schlechter, als man erwarten könnte in einem Land wie den Philippinen, das mit Katastrophen immer wieder leben muss, das von Erdbeben und regelmäßigen Stürmen bedroht ist“, sagte Wohlrab. Im Norden der Insel Cebu etwa seien rund 70 Prozent der Häuser zerstört.

Ein weiteres deutsches Ärzteteam hat sich am Freitag in Hamburg auf den Einsatz im Katastrophengebiet der Philippinen vorbereitet. Mit rund elf Tonnen Hilfsgütern im Gepäck sollten zehn Mediziner und Helfer der schwäbischen Hilfsorganisation Humedica am Abend von der Hansestadt aus auf den Inselstaat im Pazifik geflogen werden.

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dpa

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