Hilferuf von Schläger-Opfer

Manfred M. (31): Wer hat mich so zugerichtet?

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Der Tatort: Die mexikanische Cocktailbar Sausalitos im Tal. Im Eingangsbereich wurde Manfred M. (kl. Bild) von einem Unbekannten grundlos niedergeschlagen.

München - Vor der Szene-Bar Sausalitos im Tal wurde Manferd M. Opfer einer fiesen Prügelattacke. Als er einer jungen Frau zur Hilfe eilen wollte, schlug ihn ein unbekannter Zwei-Meter-Hüne K.O..

Der Schlag traf Manfred M. (31; Name geändert) ohne jede Ankündigung. Mit einer solchen Wucht, dass er um sein Leben fürchtete. Die Folgen sind für den Münchner Wirtschafts-Ingenieur sowohl in körperlicher als auch in beruflicher Hinsicht gravierend: „Der Stirnknochen, die Nase und der Jochbein-Orbitalbogen unter dem linken Auge sind gebrochen. Ich sehe aus wie Olivia Jones, und das wird noch Monate so bleiben. Wie soll ich das meinen Kunden erklären?“

Am meisten jedoch quält ihn die Erkenntnis, dass der hochaggressive Schläger unerkannt fliehen konnte und schon morgen sein nächstes Opfer finden könnte. Deshalb sagt Manfred M.: „Ich hoffe, dass sich vielleicht Zeugen melden, die diesen Mann kennen. Ich glaube nämlich, dass er in der Party-Szene bekannt ist.“ Der Täter ist schwerlich zu übersehen: Er stammt vermutlich aus Osteuropa (eventuell Russland), ist fast zwei Meter groß, hat eine athletische, durchtrainierte Figur, trägt eine Michael-Ballak-Frisur und wirkt attraktiv.

In der mexikanischen Cocktailbar Sausalitos im Tal steppte in der Nacht zum 10. Februar wie immer der Bär. Mittendrin: Manfred M., seine Frau, deren Kollegin und ein Freund: „Wir haben den Bayern-Sieg gefeiert. Alles war schön, die Stimmung super.“ Um 1.30 Uhr gingen die Frauen hinaus zum Rauchen. „Durchs Fenster sah ich, dass eine Frau draußen mit einem Typen heftig diskutierte. Ich dachte, es wäre die Kollegin meiner Frau. Ich ging hinaus, wollte nach dem Rechten sehen.“

Im überdachten Eingangsbereich neben den Türstehern spricht Manfred M. einen Mann an. „Es war sehr schummrig. Man sah fast nichts. Ich habe gefragt: Gibt’s ein Problem?“ Der Typ sagte im harten osteuropäischen Dialekt so etwas Ähnliches wie: „Du bist das Problem!“ Im nächsten Moment schon lag Manfred M. rücklings blutüberströmt auf dem Boden. „Ich hatte Todesangst. Der Typ muss Kampfsportler oder Boxer oder sowas sein. Ich dachte: Noch so ein Schlag, und ich bin tot.“

Als die Polizei eintraf, war der Täter verschwunden, der Raucher-Tisch am Eingang plötzlich leer. Beide Security-Mitarbeiter erklärten, nichts gesehen zu haben. Manfred M. findet das merkwürdig: „Die standen doch einen Meter neben mir.“ Bislang hat die Polizei nur eine unabhängige Zeugin. Polizeisprecher Reinhold Bergmann: „Der Fall wird bereits vom zuständigen Fachkommissariat bearbeitet.“

Manfred M. hofft, dass seine Verletzungen ohne große Operation und Titanplattenverstärkung der gebrochenen Knochen heilen werden. Das wird sich allerdings erst am Dienstag bei der nächsten Untersuchung in der Klinik entscheiden. Noch kämpft Manfred M. mit Sehstörungen, Schwindel, Schmerzen, wird für Wochen außer Gefecht sein.

Unter Telefon 089/2910-0 können sich Zeugen bei der Polizei melden.

Dorita Plange

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