Wiesn-Wirt kauft Großbiergarten

So wird Hagns neues Revier in der Hirschau

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Die Hirschau liegt im Nordosten des Englischen Gartens

München - Wiesn-Wirt Wiggerl Hagn sperrt das Unions-Bräu zu und startet mit dem Großbiergarten Hirschau im Englischen Garten durch. Die bisherigen Wirte müssen wohl gehen.

Servus Unions-Bräu – ab 1. April startet Wiesn-Wirt Wiggerl Hagn im Englischen Garten durch! Nach dem Aus seiner Haidhauser Traditionswirtschaft übernimmt der Gastronom (72) jetzt den Großbiergarten Hirschau. Der Kaufvertrag ist schon unterschrieben, bereits im Frühjahr soll es losgehen (hier geht's zum Biergartenführer).

Die Könige der Wiesn

Die Könige der Wiesn

Bislang gehörte das Objekt der Sedlmayr Grund und Immobilien KGaA, der früheren Gabriel Sedlmayr Spaten-Franziskaner-Bräu KGaA. Ab April 2013 führt hier Wiggerl Hagn (Löwenbräuzelt) Regie, die bisherigen Pächter Thomas Böhm und Christian Hoyer müssen raus. „Ich bin überzeugt, dass die Hirschau bei einem Paradewirt wie Wiggerl Hagn in ausgezeichneten Händen ist“, sagt der Jobst Kayser-Eichberg, Aufsichtsratsvorsitzender der Sedlmayr KGaA. Offenbar war bislang der Bierabsatz zu schwach: 600 Hektoliter schenkten Böhm und Hoyer im Jahr aus – „da hätten aber mindestens 1000 drin sein müssen“, erklärt Kayser-Eichberg. Der Verkauf werde dem Bierabsatz gut tun: „Die Hirschau ist ein schlafender Riese, der geweckt werden muss.“

Zum 30. November muss Hagn raus aus dem Unions-Bräu. Dann endet der Vertrag zwischen der Stadt als Eigentümer und Löwenbräu als Pächter. Die Brauerei beziehungsweise der dahinterstehende US-Konzern Anheuser-Busch hatte Hagn das Lokal weiter verpachtet. Die Wirtschaft rentierte sich nicht: Mit 700 Sitzplätzen auf drei Etagen war sie zu groß – immer musste volles Personal da sein. In der Hirschau dagegen gibt es innen nur 240, dafür im Biergarten 2500 Plätze – das macht das Geschäft planbarer.

Hagn wird wohl nur einen Bruchteil seiner jetzigen Belegschaft in die Hirschau mitnehmen, da die meisten bereits einen neuen Job haben. Große Renovierungen sind nicht zu erwarten: Statt Spaten wird aber künftig Löwenbräu ausgeschenkt. Und was wird aus dem Unions-Bräu? Auf Nachfrage bei der GWG, die das Objekt verwaltet, sagt Geschäftsführer Dietmar Bock: „Es soll ein Wirtshaus bleiben, wir suchen einen Nachmieter.“ Ob die Wirtshausbrauerei bleibt, ist noch unklar. Bock: „Das kann ich mir wegen der Kosten nicht vorstellen.“

Die alten Wirte müssen raus

War der Bierabsatz zu schwach? Die gebürtigen Sachsen Christian Hoyer (und Thomas Böhm leiten die Hirschau seit 2005 – im Frühjahr 2013 müssen sie raus. Eine Kündigung haben die bisherigen Pächter angeblich bislang nicht erhalten. „Aber offenbar müssen wir uns bald nach einem neuen Biergarten in München umsehen.“ Die Gastronome, die sich seit 35 Jahren kennen, bewirten gemeinsam auch den Hotel-Gasthof Grasbrunner Hof in Grasbrunn. Böhm: „Wir sind auf zwei Objekte ausgerichtet, das möchten wir beibehalten.“

tz-Stichwort: Hirschau

Seit dem 13. Jahrhundert war die im Nordosten des Englischen Garten gelegene Hirschau das Jagdrevier der bayerischen Herzöge und Kurfürsten. 1837 kaufte das Gelände der Münchner Patrizier Joseph Ritter von Maffei und errichtete ein Walz- und Hammerwerk mit Hunderten hungrigen Arbeitern. Ein findiger Wirt nutzte die Gunst der Stunde und eröffnete 1840 in unmittelbarer Nähe eine Wirtschaft, die heutige Hirschau. Im Sommer 2001 wurde das in die Jahre gekommene Gebäude für zwei Millionen Euro umgebaut. 2002 übernahm Wiesn-Wirt Peter Schottenhamel den Biergarten für drei Jahre, seit 2005 führen ihn Thomas Böhm und Christian Hoyer.

CS, BW

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