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Hitze-Plan für München: Sprühnebel und Sonnensegel sollen uns jetzt abkühlen

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Von: Sascha Karowski

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Hitzewelle in München.
Hitzewelle in München. © IMAGO / Heinz Gebhardt

Das ist der Hitze-Hammer! In München herrschen seit Tagen Temperaturen weit über 30 Grad. Grüne und SPD wollen mit einem speziellen Hitzeschutz-Konzept für Abkühlung sorgen – auch in der Fußgängerzone.

München – Den Tropensommer empfinden gerade ältere Menschen in München als extrem belastend. Grüne und SPD wollen nun mit einem speziellen Hitzeschutz-Konzept für Abkühlung sorgen – auch in der Fußgängerzone. Vorreiter ist Berlin. In der Bundeshauptstadt arbeiten beim „Aktionsbündnis Hitzeschutz Berlin“ Ärzte, Pfleger, Katastrophenschutz, Rettungsdienste, Kommune und Zivilgesellschaft zusammen. Denn allein in Berlin und Brandenburg gab es zwischen den Jahren 2018 und 2020 rund 1.400 Hitzetote.

München: Politiker fordern Bäume, Sprühnebel und Sonnensegel

Analog zu dem Konzept aus der Bundeshauptstadt soll sich auch in München eine Task Force gründen. Denkverbote soll es keine geben, wie SPD-Chefin Anne Hübner betont. „Im öffentlichen Raum müssen die Straßen so gestaltet werden, dass die Menschen vor direkter Sonneneinstrahlung geschützt werden.“ Dazu seien neben weiteren Bäumen auch große Sonnensegel denkbar. Diese gibt es beispielsweise in Fußgängerzonen in Spanien. Ebenso wie Sprühnebel, der aber auch in Paris und Graz zum Einsatz kommt. Dabei werden feinste Wasserpartikel verströmt, die die Luft sofort abkühlen. Die ÖDP im Stadtrat hatte den Sprühnebel bereits beantragt. Hübner: „Für uns sind Pilotprojekte an der Sendlinger Straße denkbar.“ Dabei wurde die Freilegung eines Bachlaufs durch die Sendlinger Straße 2018 abgeschmettert – zu teuer und nicht praktikabel.

München Sendlinger Straße
München schwitzt: Kaum Schatten gibt es in der Sendlinger Straße. © Jens Hartmann/ tz

 Schutz vor Hitze ist auch eine soziale Frage

Klaus Peter Rupp (SPD)

Vorstellbar seien ferner mehr Trinkbrunnen, das Freilegen von Stadtbächen, Wasserspiele, mehr Sitzgelegenheiten im Schatten und mehr entsiegelte Flächen. „Der Schutz vor Hitze ist eine gesundheitliche und soziale Frage“, sagt Klaus Peter Rupp (SPD). „Wer in engen und zu heißen Wohnungen lebt, dessen Gesundheit ist viel stärker gefährdet als die der Menschen, die sich Klimaanlagen leisten können.“

Sprühnebel gegen die Hitze: Eine Touristin geht in Athen (Griechenland) durch einen Wassersprühnebel, der im Außenbereich eines Cafés versprüht wird.
Sprühnebel gegen die Hitze: Eine Touristin geht in Athen (Griechenland) durch einen Wassersprühnebel, der im Außenbereich eines Cafés versprüht wird. © Angelos Tzortzinis/dpa

Gerade für ältere Menschen, aber auch für Kinder müsse es systematische Konzepte geben, wie diese während extremer Hitzewellen geschützt werden können, sagt Hannah Gerstenkorn (Grüne). Und zwar nicht nur in diesem Sommer. „Die Erderwärmung wird in den Städten zu einem riesigen Problem. Manches haben wir nicht im Griff, aber an anderer Stelle können wir durchaus etwas tun.“ Gerstenkorn denkt dabei nicht nur an die Gesundheit, sondern auch an die Wohnsituation. „Wir müssen uns fragen, wie Menschen wohnen und wie die Gestaltung ist, also: Können wir Wohnungen beschatten, können wir sie kühler gestalten?“ Hübner: „In vielen Alten- und Pflegeheime gibt es heute schon Konzepte für Hitzetage. Daraus müssen wir lernen. Wenn wir gleichzeitig ein Versorgungsproblem mit Strom haben oder bekommen, brauchen wir neben Klimaanlagen eigentlich noch andere Wege und Ideen, wie wir künftig bauen und sanieren.“

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