Die heiße Luft kommt aus Afrika Wetterdienst gibt Hitzewarnung raus Krankenhäuser in Alarmbereitschaft

Jetzt heizt uns die Sahara ein

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In Bayern wird es auch die kommenden Tage heiß - ideales Badewetter.

München - Puh, ist das heiß! Die Sonne knallt so sehr auf München herunter, dass die Stadt flimmert – wie in der Wüste!

Das kommt nicht von ungefähr: Denn genau von da kommt die Luft derzeit her. Wie mit einem großen Staubsauger ziehen ein Hoch und ein Tief nämlich schwülheiße Luft von Afrika direkt nach Deutschland; und die heizt uns ein. Am Donnerstag soll der Hitzerekord des Jahres geknackt werden: In München soll es bis zu 32 Grad werden.

Die Wetterlage, die uns endlich hochsommerliches Wetter beschert, erklärt DWD-Meteorologe Marcus Beyer so: Über Skandinavien bilde sich gerade ein kräftiges Hoch namens Lina, gleichzeitig liege ein Tief über Großbritannien. „Weil sich die Luft um ein Hoch herum im Uhrzeigersinn dreht und die Luft um ein Tief gegen den Uhrzeigersinn, wird die südliche, warme Luft aus Afrika gleich von beiden Gebieten quasi noch oben angezogen – wie bei einem Staubsauger – und direkt nach Deutschland herauf geschleudert.“ Denn gerade das Tief ist besonders kräftig ausgeprägt, das heißt der Luftdruck darin ist besonders niedrig. „Aus physikalischen Gründen muss die Luft aber auch wieder nachfließen und ein Druckausgleich stattfinden“, erklärt Beyer. Und je weniger Luft darin ist, desto stärker zieht das Tief die Luft drumherum an – in diesem Fall die Sahara-Luft.

Wer ist schuld am turbulenten Wetter-Sommer?

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Auf dem Weg übers Mittelmeer wird die Wüstenluft feuchter und kommt hier schwül-heiß an. Altenheime und Krankenhäuser sind in Alarmbereitschaft.

Schon jetzt gibt der Deutsche Wetterdienst Hitzewarnungen für Bayerns soziale Einrichtungen heraus – am Dienstag den dritten Tag in Folge. Bis zum Freitag sinken die Höchsttemperaturen nicht mehr unter 30 Grad – die gefühlte Temperatur steigt dann sogar auf über 34 Grad.

Die Hitzewelle schlägt sich auch in der Monatsbilanz nieder. „Bis jetzt ist der August bereits um einiges zu warm“, sagt Meteorologe Gerhard Hofmann. Er rechnet mit etwa zwei Grad über dem langjährigen Mittel.

Und der Sommer verlässt uns auch nicht so bald. Zwar wird es voraussichtlich am Freitag und Samstag Schauer und Gewitter geben, dabei kühlt es aber kaum ab. Laut 15-Tage-Trend bleiben die Temperaturen zumindest spätsommerlich. Das Thermometer pendelt sich dann bei 25, 26 Grad ein.

Über die hochsommerliche Hitze freuen sich übrigens nicht nur Bayerns Schüler, die die freien Tage am See und im Freibad genießen können. Ausgerechnet die Meteorologen des DWD dürfen, wenn sie eine Hitzewarnung herausgeben, um 12 Uhr Feierabend machen – aber nur wenn sie die Arbeitszeit auch nachholen.

Nina Bautz

Erste Hilfe bei Sonnenstich & Co.

Wenn Madonna am Dienstag Abend im Olympiastadion auftritt, beginnt für 109 Helfer der Johanniter ein Großeinsatz – auch wegen der Hitze. „Damit Konzertbesucher nicht zum medizinischen Notfall werden, raten wir, viel alkoholfreie Flüssigkeit zu trinken, einen Hut oder eine Kappe zu tragen und sich mit einer Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor einzucremen“, sagt Einsatzleiter Alexander Schröder.

Ein weiterer Hitze-Tipp: Essen Sie Obst oder Gemüse – wie Melonen oder Gurken – mit hohem Flüssigkeitsgehalt. Kaltes Wasser an den Armgelenken bringt den Kreislauf wieder kurzfristig in Schwung.

Wie erkennt man, dass es der Sonne zu viel war?

Johanniter-Arzt Michael Ryckmanns erläutert:

Sonnenstich: Sind Kopf und Nacken zu lange der Sonne ausgesetzt, kann es zu einer Schwellung des Gehirns kommen. Es drückt gegen die Schädeldecke, die Hirnhäute werden gereizt. Symptome: Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit eventuell bis zum Erbrechen, Nacken­steifigkeit, hochroter Kopf. Erste Hilfe: Schatten oder kühlen, klimatisierten Raum aufsuchen und hinlegen. Kopf hochlagern, mit feuchten Tüchern kühlen.

Hitzeerschöpfung: Durch ex­tremes Schwitzen fehlt Flüssigkeit im Blutkreislauf. Symptome: Schwäche, Zittern und Frösteln, später Kreislaufzusammenbruch, blasse, feuchte Haut, Puls und Atmung beschleunigt. Erste Hilfe: Der Betroffene muss flach liegen und braucht kühle Getränke.

Hitzschlag: Versagt die körpereigene Wärmeregulierung, kommt es zum Hitzestau. Symptome: Heiße, trockene, rote Haut, sehr hohe Körpertemperatur, beschleunigte Atmung und schneller Puls. Bei zu später Hilfe kommt es zum Kreislaufzusammenbruch mit schock­artigem Zustand, der bis zur Bewusstlosigkeit führen kann.

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