Hoch die Hörner!

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Havok-Frontman Dave Sanchez

München - 3 Inches of Blood und Havok zeigen im Feierwerk, warum man sich um die Zukunft des traditionellen Heavy Metal keine Sorgen machen muss.

"Long live Heavy Metal" heißt das neue Album der kanadischen Echtmetaller von 3 Inches of Blood. Und die Verbeugung vor den alten Helden von Rainbow ist mehr als gelungen. Durch die Bank gab's positive Rezensionen in der Fachpresse; klar, dass die Erwartungshaltung vor der zugehörigen Europa-Tour nicht ohne war. Umso ernüchternder fiel die Besucherzahl am Vatertag im Münchner Feierwerk aus. Nur eine Hundertschaft Headbanger hatte sich an der Hansastraße eingefunden. Aber allen, die nicht da waren, sei doublebassgetrommelt: Ihr habt was verpasst!

3 Inches of Blood mit Sänger Cam Pipes

Schon Havok, die den Abend eröffneten, waren ein echtes Schmankerl. Die Denver-Thrasher vereinen das Beste aus Slayer, Kreator und (alten) Sepultura - und haben dabei mehr Feuer im stählernen Popo, als die drei erstarrten Veteranen zusammen. Sänger/Gitarrist Dave Sanchez ist ein echtes Viech, songtechnisch sind Havok eh die Besten der neuen Thrash-Welle. Hörner hoch!

Und gleich obenlassen! Auch die Spanier Angelus Apatrida wissen, wie man die Thrashkeule ins Ziel bringt. Ab und an erinnert das Ganze noch zu sehr an Destruction, etwas mehr Abwechlung beim Songwrtiting würde nicht schaden. Doch mit der beachtlichen Live-Energie und dem Century Media-Deal im Rücken müsste schon was zu reißen sein. Sollte man sich merken, die Burschen aus Albacete.

Ob man sich auch Goatwhore merken muss? Die Death-/Black-Metal -Spezialisten aus New Orleans passen mit ihrem Dauergeballer zwar nicht so recht ins Tourpaket, trotzdem ging die Meute im Feierwerk ordentlich ab. Was auch am hühnenhaften Sänger Louis Benjamin Falgoust II lag, der mit seiner mächtigen Präsenz an David Vincent ohne Bass erinnert. Und Songs können sie auch schreiben, die Ziegenhuren. Durchaus eigenständig, die Finsterlinge.

Aber jetzt zu den 7,62 Zentimetern von Blut aus dem schönen Vancouver. Wer Sänger Cam Pipes in sich ruhend am Merchandising-Stand sieht, der kann sich nicht vorstellen, wie dieser bärtige junge Mann ein paar Minuten später auf der Bühne explodiert. High-Energy-Metal mit Widerhaken-Qualität, der direkt gute Laune macht. Dazu die Sirene von Pipes, die klingt als hätte Rob Halford den Painkiller-Ausschaltknopf nicht gefunden. Geil! Diese Band muss größer werden! Und nochmal: Horns up!

Ludwig Krammer

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