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Hochhaus-Bau an Paketposthalle München: Bürgerbegehren gegen die Türme

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Von: Sascha Karowski

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Robert Brannekämper (CSU) von der Bürgerinitiative Hochhaus-Stopp stellt den neuen Kampagnen-Bus vor.
Robert Brannekämper (CSU) von der Bürgerinitiative Hochhaus-Stopp stellt den neuen Kampagnen-Bus vor. © Bodmer

Ein Bürgerbegehren soll die geplanten Hochhäuser an der Paketposthalle noch stoppen. Nun präsentierten die Initiatoren ihren neuen Kampagnen-Bus.

München – Das Bürgerbegehren zu den zwei geplanten Hochhäuser an der Paketposthalle nimmt Fahrt auf: Die Initiatoren haben am Freitag (26. August) ihren neuen Kampagnen-Bus vorgestellt. Ferner soll die Zahl der Sammler verdoppelt werden. Und es gibt prominente Unterstützer gegen den Hochhausbau.

Paketposthalle München: Bürgerbegehren gegen Hochhäuser sammelt 13.000 Unterschriften

Zum Beispiel Mama Bavaria. In einer rund zweiminütigen Videobotschaft wettert Luise Kinseher gegen die zwei geplanten Hochhäuser an der Paketposthalle. Sie frage sich, wo bleibe denn da der gesunde Hausverstand? „Der Investor darf machen, was er will. Die Türme sollen so hoch werden, wie die der Deutschen Bank in Frankfurt.“

Das ganze Münchner Stadtbild würde verschandelt. Und bei Hochhäusern sei es wie mit den Schwammerln. „Wo mal einer ist, kommen bald die anderen nach.“ Mit ihrer Videobotschaft reiht sich Kinseher in die Reihe der Kritiker an dem Projekt des Investors Ralf Büschl ein.

Bis Freitag (26. August) hatten die Gegner der Pläne, die Bürgerinitiative Hochhaus-Stopp, laut eigenem Bekunden, rund 13.000 Unterschriften gesammelt. Das reicht noch lange nicht, für einen Bürgerentscheid braucht es circa 35.000 Unterstützer. Und daher geben die Initiatoren um den Landtagsabgeordneten Robert Brannekämper (CSU) nun Gas.

Prominente Unterstützung für Bürgerbegehren – auch durch Schauspielerin Michaela May

Neben Kinseher sind seit Freitag auch Videos von Schauspielerin Michaela May und Dokumentarfilmer Dieter Wieland auf der Homepage zu sehen. Weitere Prominente sollen folgen, verspricht Brannekämper. Zudem werden die Hochhaus-Gegner nun mit einem Kampagnen-Bus durch die Stadt touren, um flexibler zu sein. Ferner soll die Zahl der Unterschriften-Sammler verdoppelt werden. Bis zu 80 Aktivisten seien derzeit auf Plätzen, wie dem Rotkreuzplatz, unterwegs.

Ziel des Bürgerbegehrens ist ein Bürgerentscheid. Die Münchner sollen selbst entscheiden, ob auf dem Areal der Paketposthalle zwei Türme mit einer Höhe von 155 Metern entstehen sollen. Das wäre nur fair, sagt Brannekämper. Zum einen schließlich hätten 2004 bereits die Münchner entschieden, dass eben ein Gebäude in München nicht höher sein darf, als die Türme der Frauenkirche. Zum anderen sei Stadtplanung Sache der Stadt, nicht eines Investors.

Paketposthalle München: Kampagne greift Stadtbaurätin an – „Sie ist reif für die Rente“

Brannekämper und sein Mit-Initiator, der ehemalige SPD-Stadtrat Wolfgang Czisch, kreiden das vor allem Stadtbaurätin Elisabeth Merk (parteilos) an. „Ihr ist die Planung entglitten“, sagt Czisch. Brannekämper formuliert forscher: „Sie ist reif für die Rente.“ Bei der Planung der Hochhäuser seien keine Grünflächen vorgesehen, sagt Czisch. Und die Zahl der Wohnungen würde nicht mal den durch die geplanten Arbeitsplätze zu erwartenden Zuzug decken. „Die Stadt gerät ins Ungleichgewicht.“ Brannekämper ist sich sicher, dass an den Plänen auch nichts mehr verändert werde, wenn es nicht zu einem Bürgerentscheid kommt. „Das soll ausgesessen werden.“

Im Münchner Stadtrat gibt es derweil eine Mehrheit aus Grünen und CSU für ein Ratsbegehren. Das würde ebenfalls in einem Bürgerentscheid münden. Jedoch ist die Politik noch nicht viel weitergekommen, es gebe keinen neuen Stand dazu, war am Freitag aus dem Rathaus zu hören. Offen ist, über welche Frage die Münchner abstimmen sollen. Die Bürgerinitiative Hochhaus-Stopp will die maximale Bauhöhe lediglich am Areal der Paketposthalle auf 60 Meter begrenzen.

ÖDP und Münchenliste waren unlängst mit der Idee an die Öffentlichkeit getreten, Gebäude in der ganzen Stadt auf 60 Meter Höhe zu begrenzen. Juristen gehen indes davon aus, dass eine Fragestellung über die maximale Bauhöhe in der ganzen Stadt, wie 2004, heute rechtlich angreifbar wäre.

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