tz erklärt die gefährlichen Stellen

Hochwasser an der Isar: Darum baden wir trotzdem

+
Alex Korres (44), Anwalt aus Dachau, sucht den Kick. Stefan Maier (36), Lehrer aus München, ist überzeugt, dass er stark genug ist, um sich selbst zu retten. 

München - Am Montag musst erneut zwei Frauen gerettet werden. Sie waren einem Hund in den Auer Mühlbach hinterhergesprungen. Auch an der Isar baden die Menschen trotz Hochwasser weiter. Die tz nachgefragt, warum.

Seit Tagen ist die Isar ein reißendes Gewässer! Wie gefährlich der Fluss bei Hochwasser ist, zeigten die dramatischen Rettungseinsätze vom Samstag am Marienklausensteg (Thalkirchen). Innerhalb von vier Stunden waren hier drei Schlauchboote in die Wasserwalze geraten. Elf Menschen mussten von der Wasserwacht aus dem tosenden Fluß gerettet werden (tz berichtete).

Zwei Frauen sind am Montag Hündin Lola in den Auer Mühlbach hinterhergesprungen und mussten von der Feuerwehr gerettet werden.

Auch am Montag kam es wieder zu einer dramatischen Rettung. Gegen 11.30 Uhr war Hündin Lola unter der Maximiliansbrücke in den Isarnebenarm Auer Mühlbach gefallen und durch die starke Strömung abgetrieben. Offenbar in Sorge um den schwarzen Labrador sprangen zwei Frauen über eine zwei Meter hohe Böschung in den Bach. Während sich Labrador-Hündin Lola selbst an Land rettete, konnten die Frauen den stark strömenden Bach nicht aus eigener Kraft verlassen. Sie wurden von Rettern der Feuerwehr aus dem Auer Mühlbach gezogen.

"Die Isar ist derzeit überall gefährlich"

Die aktuelle Hochwasserlage von Isar und ihren Nebenarmen wird trotz langsam sinkender noch einige Tage anhalten. Rudolf Brettner, Einsatzleiter der Wasserwacht, warnt deshalb vor Übermut: „Die Isar ist derzeit überall gefährlich. Wer trotzdem ins Schlauchboot steigt oder badet, gefährdet sein Leben.“

Bei Normalpegel sei die Isar ein weitgehend sicheres Gewässer. „Wenn man ein paar Regeln einhält“, schränkt Wasserwachtler Rudolf Brettner ein. „Gefährliche Stellen sind immer Wehranlagen, Brückenpfeiler oder die Rutsche am Marienklausensteg in Thalkirchen.“

Die tz war am Montag an der reißenden Isar zwischen Reichenbachbrücke und Marienklausensteg, unterwegs. Warum Surfer und Schwimmer sich trotz des Hochwassers am Fluss aufhalten, lesen Sie hier:

Das gibt mir den Kick!

Alex Korres (44), Anwalt aus Dachau

Hier zu surfen, ist sehr unberechenbar, weil sich die Welle ständig ändert. Aber das gibt mir den Kick! Ich kenne die Gefahr und kann deshalb jedem Anfänger nur raten hier wegzubleiben. Ich surfe mit meinen Kumpels – die haben alle schon mindestens zehn Jahre Erfahrung. Auch das Treibgut ist eine große Gefahr. Da bleibt man schnell mal mit dem Seil hängen und wird unter Wasser gezogen. Darum passt hier jeder auf jeden auf.

Alex Korres (44), Anwalt aus Dachau

Gefährliches Treibgut

Gabi Schmidt (57), Postbeamtin, und Tina Stein (46), Angestellte, München

Wir gehen nur einen halben Meter ins Wasser – mehr geht nicht. Dann wird’s schlammig und man rutscht ab. Bei der Strömung hat man keine Chance. Das dreckige Wasser gefährdet die Gesundheit und man sieht das Treibgut nicht.

Gabi Schmidt (57), Postbeamtin, und Tina Stein (46), Angestellte, München

Kann mich selber retten

Stefan Maier (36), Lehrer aus München

Ich kenne die Stelle hier am Flaucher sehr gut. Man sieht schon von außen die Strömungen. Klar, es ist schon ein bisschen gefährlich. Selbst die kleineren Strudel haben schon ordentlich Druck. Aber ich bin stark genug, um rauszukommen, wenn was passieren sollte.

Stefan Maier (36), Lehrer aus München

Kein Risiko eingehen

Andrea Borger (53), Pfarrerin aus Sendling

Auch wenn ich eine gute Schwimmerin bin, gehe ich kein unnötiges Risiko ein. Die Strömung ist ja schon sehr stark. Zur Sicherheit gehe ich auch immer nur zu zweit an die Isar. Es beruhigt mich, dass noch andere Leute da sind, die im Notfall helfen könnten.

Andrea Borger (53), Pfarrerin aus Sendling

JAM, PM

auch interessant

Meistgelesen

Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Stadt vs. Region: Wo sich das Landleben noch lohnt
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
Zuhälter-Schorsch: Muss er jetzt für immer hinter Gitter?
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen
So soll der Express zum Flughafen doch vor 2037 gelingen

Kommentare