Für höhere Löhne

Angestellte im öffentlichen Dienst streiken

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München - Den Angestellten im öffentlichen Dienst reicht’s: zwei Tarifrunden und noch immer kein Angebot von den Ländern. Jetzt gehen sie auf die Straße.

Seit Montag rollt die Streikwelle durch Deutschland. Gestern hat sie München erreicht. Rund 400 Beschäftigte des Freistaats sind dem Aufruf der Gewerkschaft Verdi gefolgt und haben ihre Arbeit niedergelegt. In der tz erzählen einige, warum sie mehr verdienen, als sie verdienen (siehe unten).

Der Münchner Verdi-Geschäftsführer Heinrich Birner ist mit dem ersten Streiktag mehr als zufrieden: „Wir haben unsere intern gesetzte Messlatte mehr als verdoppeln können.“ Vom Warnstreik waren die verschiedensten Einrichtungen betroffen: Ludwig-Maximilians-Universität, Technische Universität, Klinikum rechts der Isar, Klinikum der Universität, Autobahn- und Straßenmeisterei, Justiz- und Finanzbehörden sowie die Bayerischen Staatstheater. Das große Chaos blieb gestern noch aus. In der Kinderklinik der Universität wurde weniger operiert als sonst. Und in den Uni-Bibliotheken mussten studentische Hilfskräfte einspringen.

Denn Bibliotheksmitarbeiterin Helga Nützel und ihre Kollegen gingen gestern ins Gewerkschaftshaus statt an den Arbeitsplatz. „Wir müssen endlich etwas tun. Beim Gehalt liegen wir inzwischen hinter den Angestellten bei Bund und Kommunen“, sagt die 57-Jährige. Verdi fordert deshalb eine Lohnerhöhung um 6,5 Prozent. Nützel ärgert sich aber auch über die vielen befristeten Verträge: „Die gibt’s auch bei Stellen, die eigentlich nicht befristet sein müssten.“

Mit dem Warnstreik wollte Verdi sich nur warmlaufen. Schon am 5. März geht’s in die nächste Runde. Dann soll ein Demonstrationszug vom Gewerkschaftshaus zum Finanzministerium von Markus Söder (CSU) wandern.

Beate Winterer

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