Bewaffneter Raubüberfall auf Bäckerei - Täter flüchtig

Bewaffneter Raubüberfall auf Bäckerei - Täter flüchtig

Höhere Preise - weniger S-Bahnen

München - Die Preise bei der MVV steigen zwar - doch die Züge werden kürzer. Zudem werden welche gestrichen. Ein Insider erklärt die Gründe.

Wie fast jedes Jahr wird der MVV zu Weihnachten teurer. Am 11.12. steigen die Preise um durchschnittlich 2,3 Prozent. Doch die Leistungen werden dadurch – abgesehen von ein paar Zusatzbussen im MVG-Netz – nicht besser. Im Gegenteil: Die S-Bahn kann nicht mehr ihr volles Programm fahren. Während Verkehrsminister Martin Zeil längere Züge verspricht, werden in der Praxis welche gestrichen. Grund: Die Betriebswerkstatt kommt mit der Wartung nicht mehr nach.

„Seit Wochen fahren wir immer wieder Kürzungsstufen“, sagt ein Insider zur tz. Das heißt: Im ungünstigsten Fall werden Züge komplett gestrichen. Sonst fahren statt drei nur zwei Zugteile oder statt zwei nur einer. In den betroffenen Zügen wird’s eng.

Lesen Sie auch:

Busse und Bahn werden teurer

Nach Darstellung des tz-Informanten sollen an einzelnen Tagen bis zu 15 Garnituren ausgefallen sein. Was verwundert. Denn die S-Bahn München benötigt für den Regelbetrieb nur 214 ihrer 238 Züge. S-Bahn-Geschäftsleiter Bernhard Weisser sagt: „Die Fahrzeugreserve ist grundsätzlich angemessen für das Münchner Betriebskonzept.“ Und: Die Münchner S-Bahn verfüge über einen der modernsten Fuhrparks Deutschlands.

Wie kann es dann sein, dass phasenweise trotzdem zu wenig Züge da sind? Der Insider: „Das Betriebswerk Steinhausen ist überlastet. Deshalb müssen inzwischen schon Triebwagen zu vorgeschriebenen Fristarbeiten nach Plochingen oder Frankfurt gefahren werden.“

So sieht's im Stellwerk Ost aus

So sieht's im Stellwerk Ost aus

Hintergrund: die Sparwut von Ex-Bahnchef Hartmut Mehdorn. Ursprünglich sollten in Steinhausen nur die S-Bahnzüge einer einzigen Baureihe gewartet, untersucht und repariert werden. Mit diesem Argument machte die DB Ende der 90er-Jahre beim Freistaat Zuschüsse für die Anschaffung der jetzigen Triebwagen (Baureihe ET 423) locker.

Weil die DB-Zentrale aber dann das Geld für den Ausbau der Regio-Werkstatt Pasing sparen wollte, müssen im dafür größenmäßig gar nicht ausgelegten Werk Steinhausen seit Jahren auch die neuen Garnituren der Baureihe ET 440 für den Fugger-Express nach Augsburg und den Donau-Isar-Express nach Passau sowie zwei weitere Baureihen unterhalten werden. Alleine für Defekte, die noch unter die Gewährleistung fallen (zum Beispiel an Toiletten) wird im Werk fast ständig ein eigenes Gleis benötigt. Folge: Die S-Bahn kommt zu kurz.

S-Bahnsprecher Bernd Honerkamp will zu der Zahl der Zugausfälle nicht Stellung nehmen. Er räumt aber ein: „Es kommt in seltenen Fällen vor, dass Züge gekürzt werden müssen. Die Fahrzeug-Reserven sind außerdem keineswegs zu üppig. Es ist richtig, dass das Betriebswerk Steinhausen in seltenen Fällen überlastet ist und Fristarbeiten in Einzelfällen in anderen Werken durchgeführt werden.“

Immerhin ist das Problem inzwischen erkannt worden. Geschäftsleiter Weisser: „Die Bahn prüft eine Flottenerweiterung und eine Erweiterung der Kapazitäten in den Werken Steinhausen und Pasing.“

Karl-Heinz Dix

Rubriklistenbild: © Westermann

Auch interessant

Meistgelesen

S-Bahn: Technische Störung auf der östlichen S7
S-Bahn: Technische Störung auf der östlichen S7
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Flohmärkte in München: Hier finden Sie alle Orte und Termine
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Münchens größte Werkstadt: Das neue Viertel hinterm Ostbahnhof 
Kita-Finder wird verbessert: Das ändert sich für Eltern
Kita-Finder wird verbessert: Das ändert sich für Eltern

Kommentare