Immer mehr Opfer

Höhere Strafen für Suff-Fahrten

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Wilhelm Schmidbauer fordert höhere Strafen.

München - Trotz aller Warnungen setzen sich mehr Münchner als früher betrunken hinter das Steuer. Münchens Polizeipräsident Wilhelm Schmidbauer fordert deutlich höhere Strafen für Alkoholsünder

Angesichts steigender Unfallzahlen und des großen Leids unbeteiligter Verkehrsopfer sieht Schmidbauer Handlungsbedarf. Solange kein Unfall passiert, bewegt sich der Strafrahmen für einen Alkoholsünder im Rahmen einer Ordnungswidrigkeit. 500 bis maximal 1500 Euro Strafe sind dafür vorgesehen. Schmidbauer: „Angesichts des oft lebenslangen Leids mancher Opfer sind mir 1500 Euro einfach zu wenig. Das ist keine Abschreckung. Ich fordere den Gesetzgeber auf, die Höchstgrenze mindestens zu verdreifachen oder den Strafrahmen am Einkommen des Alkoholfahrers auszurichten.“

Allein in den letzten zwei Wochen richteten betrunkene Autofahrer in München drei schwere Unfälle an. Ein Fußgänger und eine Radfahrerin wurden schwer verletzt. Und die Zahlen steigen. 2011 richteten betrunkene Verkehrsteilnehmer 565 Unfälle (im Vorjahr 512) mit 290 (258) Verletzten und fünf (drei) Toten an. Die Steigerung beträgt 10,4 Prozent - kein Ausreißer, sondern ein Trend, der sich fortzusetzen scheint.

Kurven berauschen Männer wie Alkohol

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Als Ursache machten Schmidbauer und Polizeioberrat Siegfried Benker die veränderten Gewohnheiten der „Feiergesellschaft“ aus. Benker: „Früher war in der Nacht mal irgendwann Schluss mit Party. Wenn ich jetzt am frühen Morgen zur Arbeit fahre, überlegen die sich, wo sie noch hingehen können.“ Schmidbauer wünscht sich eine gesellschaftliche Ächtung von Alkoholfahrten: „Bei rücksichtslosen Rauchern klappt das doch auch.“

Dorita Plange

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