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Maschmeyer schlägt zu

„Höhle der Löwen“: Münchner ergattern zweitgrößten Deal der Sendungsgeschichte - es wird noch besser

Drei Münchner haben mit ihrem Startup einen großen Deal bei „Höhle der Löwen“ an Land gezogen. Carsten Maschmeyer ist voll des Lobes. Nicht nur er investiert in das Projekt.

München - Sie haben am Montagabend in der TV-Show „Die Höhle der Löwen“ einen Deal der Superklasse abgeschlossen: Leon Szeli (27) und Tomislav Tomov (28) vom Münchner Startup „Presize“ konnten mit ihrem digitalen Größenberater für Mode-Online-Shops Carsten Maschmeyer überzeugen. Die Gründer wollen mit „Presize“ das Problem der massenhaften Retouren anpacken. Stolze 650.000 Euro investierte der Unternehmer und erhält dafür 15 Prozent der Firmenanteile. Das ist der zweitgrößte Einzeldeal seit Bestehen der Vox-Sendung, bei der Investoren Geschäftsideen bewerten.

Seit drei Jahren arbeiten Szeli, Tomov und Awais Shafique (25), der Dritte im Bunde, zusammen. Alles begann am Center for Digital Technology and Management (CDTM), einem Forschungs- und Lehrinstitut der Technischen Universität (TUM) und der Ludwig-Maximilians-Universität, wo die drei sich kennenlernten. Retouren waren auch für sie privat ein Thema. „Ich kenne das selbst: Jedes zweite Teil bei Onlinekäufen geht zurück“, erzählt Leon Szeli. Freunde berichten ihm, dass sie wegen zu vieler Rücksendungen sogar von Shops gesperrt wurden. Szeli: „Wir dachten uns: Das muss besser gehen.“

„Höhle der Löwen“: Junge Unternehmer aus München gewinnen Businessplan-Wettbewerb

Die drei machen sich nach dem Ende ihres Studiums selbstständig. Am Anfang arbeiten sie von zu Hause aus, später in einem kleinen Raum der TUM. Das Team wächst immer weiter, inzwischen haben sie 19 Mitarbeiter, 2019 belegen sie beim Münchner Businessplan-Wettbewerb den ersten Platz.

Die Handhabung ihres Größenberaters ist für den Benutzer einfach. Es handelt sich um eine Erweiterung, die Online-Shops ihrer Benutzeroberfläche zuordnen können. Man muss also als Benutzer keine neue App herunterladen. Als Erstes gibt man dann die Körpergröße an. Dieser Wert ist wichtig, denn das Programm braucht einen Referenzwert zur Realität, um so Pixel in Zentimeter umzurechnen. „Denn wenn ich ein Lego-Männchen zehn Zentimeter vor die Smartphonekamera stelle, sieht es genauso groß aus wie ich, wenn ich zwei Meter davor stehe“, erklärt Szeli.

Bekommen eine Finanzspritze: (v. li.) Leon Szeli, Tomislav Tomov und Awais Shafique haben bei der „Höhle der Löwen“ abgeräumt.

„Höhle der Löwen“: Über kurzes Video berechnet Software ein Modell des Körpers

Dann gibt es zwei Möglichkeiten: Für das optimale Ergebnis nimmt der Nutzer ein kurzes Smartphone-Video auf, in dem er sich einmal um sich selbst dreht. Hierbei berechnet die Software im Hintergrund ein 3-D-Modell des Körpers. Wer das nicht mag oder gerade unterwegs ist, kann diesen Punkt überspringen und stattdessen ein paar Fragen zur Körperform beantworten. Danach schlägt das Programm die passende Größe für das ausgesuchte Kleidungsstück vor. Es sagt einem sogar, wie gut diese Größe an den verschiedenen Stellen des Körpers passt.

Durch die erstellte anonyme „Size-ID“ erhält der Nutzer fortan für alle Produkte im Shop eine Größenempfehlung. Hat die gewünschte Bluse in der Größe gepasst? Oder wurde sie zurückgeschickt, weil sie zu klein oder zu groß war? Durch künstliche Intelligenz lernt der Algorithmus mit jeder Bestellung hinzu und verbessert damit seine Empfehlungen.

„Höhle der Löwen“: Software „Presize“ bei „s.Oliver“ und „Krüger Dirndl“ schon im Einsatz

Carsten Maschmeyer ist begeistert: „,Presize‘ ist das Startup, das ich mir bei „Die Höhle der Löwen“ schon immer gewünscht habe. Ein sehr kompetentes Gründerteam, eine echte Lösung für ein bisher ungelöstes Problem - und alles basiert auf einer Technologie mit künstlicher Intelligenz.“ Doch dabei blieb es nicht: Kurz nach dem Investment stocken weitere Investoren die Finanzrunde auf knapp zwei Millionen Euro auf. Bei einigen Online-Shops, etwa „s.Oliver“ und „Krüger Dirndl“, ist „Presize“ bereits im Einsatz.

Ihr Ziel haben die Gründer klar formuliert: Für eine Milliarde Produkte die perfekte Größenempfehlung liefern. „So können sich Nutzer Zeit sparen, die Shops Geld und die Umwelt CO2.“ (lmb)

In der VOX-Sendung wurde auch eine Klobürste vorgestellt, die den Alltag im Badezimmer „revolutionieren“ soll. Nico Rosberg wurde von Münchner Unternehmern zu Tränen gerührt. Ein deutscher Fußball-Weltmeister scheiterte bereits in der TV-Show.

Rubriklistenbild: © Marcus Schlaf

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