Hart, aber herzlich

Hoeneß-Richter Heindl zurück im Alltag

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Richter Rupert Heindl  (47).

München - Auf Steuerhinterziehung ist Richter Rupert Heindl (47) spezialisiert. Mittlerweile ist Heindl wieder im Alltagsgeschäft angekommen.

Den Prozess gegen Uli Hoeneß (62) zog Heindl in nur vier Tagen durch und verurteilte ihn zu drei Jahren und sechs Monaten Haft (tz berichtete).

Mittlerweile ist Heindl wieder im Alltagsgeschäft angekommen. Dienstag leitete er die Verhandlung gegen Constantin M. (42) – wie gewohnt: souverän, freundlich und bestimmt. Hart, aber herzlich. 30 Minuten lang prüft er Anträge des Verteidigers, dann erst lässt er die Anklage verlesen. Den Übersetzer ermahnt er: „Sie sind zu langsam, bitte zügiger.“

Angeklagt: Constantin M. (42).

M. wirft die Staatsanwaltschaft schweren Bandendiebstahl und Steuerhinterziehung in drei Fällen vor. Mit einer Bande soll er sich zwischen Juni 2008 und Oktober 2011 Zigaretten in großem Stil geschmuggelt haben. Mutmaßlich schnallten sich die Männer mit Gurten unter Güterzüge und brachten (etwa am Bahnhof Ingolstadt) Peilsender an. Dann drangen sie in die Waggons ein und warfen die Stangen nach draußen, wo Komplizen sie auflasen und verkauften. Etwa 8,1 Millionen Zigaretten sollen es laut Anklage gewesen sein. Schaden: 965.050 Euro. Hinzu kommt: Die Einnahmen für die Ware hätten die Diebe in Deutschland erklären müssen – auf Tabak stehen hohe Steuern, da macht der Staat keine Ausnahme. Ihm gingen nämlich exakt 432 316,34 Euro flöten.

Constantin M. bestreitet die Tat – er sei nicht auf den Zügen gewesen. Am Donnerstag will Richter Heindl sein Urteil fällen.

A. Thieme

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