Einblicke in die exklusiven Wohnungen

Hofstatt: So wohnt es sich für 6000 Euro Miete

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Christoph Lemp von der Bauwerk Capital zeigt stolz das Wohnzimmer im gläsernen Anbau.

München - 6000 Euro Miete für 256 Quadratmeter in der Altstadt - wahrer Luxus empfängt den stolzen Mieter in einem der zwölf Quartiere in der Hofstatt. Wir zeigen, wie es in den exklusiven Wohnungen aussieht.

Die Türme der Frauenkirche grüßen über die Glaswand herein, die den Wohnsalon auf ganzer Breite nach Norden öffnet. Der französische Balkon hält die neugierigsten Blicke aus den Wohnungen gegenüber ab - die edle Einbauküche glänzt mit Markengeräten und auf der anderen Seite schweift der Blick in den kleinen Innenhof, den die Wohnung umschmiegt. Das ist wahrer Luxus - und das in einer Mietwohnung!

Der Münchner Makler Bauwerk Capital wird demnächst zwölf exklusive Quartiere in der Hofstatt auf den Markt bringen. Es handelt sich um den Altbau mit der Adresse Hackenstraße 4, der einst zum Gelände des Süddeutschen Verlages gehörte und der an einen europäischen Privat-Investor verkauft wurde, der anonym bleiben möchte.

Vor dem großen Umbau befanden sich im Erdgeschoss mehrere kleine Läden, im ersten und zweiten Stock Büros der SZ, darüber nochmals sechs Wohnungen. Die alten Bewohner sind längst draußen, sie würden ihre alte Heimat auch kaum wiedererkennen.

Diese Wohnung ist hofstattlich! 6000 Euro Miete für 256 qm

Diese Wohnung ist hofstattlich! 6000 Euro Miete für 256 qm

So wurde im Innenhof ein gläserner Anbau nach Bauhaus-Art errichtet, dem man auf die Glasscheiben der Balkone ein weißes Rokoko-Balkongitter lackiert hat. Die Miete beginnt bei 21 Euro kalt, die 256-Quadratmeter-Wohnung im dritten Stock wird mit den Nebenkosten an die 6000 Euro im Monat kosten. Die genaue Zahl will Christoph Lemp von der Bauwerk Capital nicht nennen. Über Geld redet man nicht, man hat es einfach - oder nicht. Beatrix Zurek vom Mieterverein sieht das Mietobjekt kritisch: „Wir haben etwas gegen Luxussanierungen von Altbauten. Bei der nächsten Mietspiegelerhebung ziehen sie die Preise für alle nach oben.“

Die neue Einkaufswelt

So soll die neue Einkaufspassage in der Hofstatt aussehen. Die Eröffnung steht bald bevor.

Auf dem ehemaligen Gelände des Süddeutschen Verlages und der Abendzeitung entsteht ein durchgestylter Block mit Einkaufspassage, Büros und Wohnungen, in dem die denkmalgeschützte Bausubstanz eingebunden wird. Der Eröffnungstermin für die Ladenpassage ist im Frühjahr. Der Hauptmieter - das US-Modelabel Abercrombie & Fitch - zog bereits auf 3300 Quadratmetern im SZ-Altbau an der Sendlinger Straße ein. Im Neubau am Färbergraben wird Hollister, das Tochterlabel von Abercrombie & Fitch, auf 1500 Quadratmetern seine Waren anbieten. Im Altbau an der Hackenstraße ist bereits der Innenausstatter Lambert auf 600 Quadratmetern mit edlen Wohnaccesoires eingezogen. Der Bio-Supermarkt denn’s wird auf 900 Quadratmetern im Untergeschoss Platz finden, nebenan ein dm-Drogeriemarkt mit 700 Quadratmetern.Auch die italienischen Modemarken Fornarina und Brandy Melville und Liu Jo sowie die dänische bzw. schwedische Marken Gent und J. Lindeberg eröffnen Flagship-Stores in der Hofstatt. Die Münchner Gastronomen David Baumgartner und Marc Uebelherr werden eine Tagesbar sowie ein Restaurant mit Terrassen im Innenhof betreiben. Die Wohnaccessoire-Marke Depot breitet sich in der ehemaligen Druckerei auf 1300 Quadratmetern aus. In den Büros zieht auf 6000 Quadratmetern die Rechtsanwaltskanzlei Pöllath + Partners ein. Die Investmentgesellschaft Invesco Real Estate GmbH mietet 1500 Quadratmeter Bürofläche an. Und das internationale Beratungsunternehmen für das Top-Management A.T. Kearney hat einen Mietvertrag über 1440 Quadratmeter abgeschlossen.

Johannes Welte

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