Entscheidung am Mittwoch

Hohe Umsatz-Rückgänge: Flughafen München in Finanznot - Stadt muss Krediten zustimmen

Coronavirus - Flughafen München: Fast menschenleer zeigt sich das Terminal 1 am Flughafen München.
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Coronavirus: Der Flughafen München war im vergangenen Jahr zumeist fast menschenleer - das schlägt sich drastisch in den Zahlen nieder.

Der Flughafen München braucht Geld. Am Mittwoch soll der Stadtrat Kreditaufnahmen zustimmen, einmal 250 Millionen Euro, ein zweites Mal bis 400 Millionen. Grund sind massive Umsatzrückgänge beim Airport, wie aus einer nicht-öffentlichen Vorlage hervorgeht. Darin heißt es, die Liquiditäts-Reserven seien spätestens im Oktober erschöpft.

Der Flughafen hat durch die Pandemie und die damit verbundenen Reisebeschränkungen 2020 das niedrigste Verkehrsergebnis seit Eröffnung des Airports im Jahre 1992 verzeichnet. Das Passagieraufkommen sank um 37 Millionen auf etwas mehr als elf Millionen und lag damit um knapp 77 Prozent unter dem Vorjahreswert. Die Anzahl der Starts und Landungen ging um mehr als 270 000 auf rund 147 000 zurück. Dies entspricht einem Minus von knapp 65 Prozent. Das Cargoaufkommen erreichte ein Volumen von rund 151 000 Tonnen und hat sich damit gegenüber dem Vorjahr mehr als halbiert.

Der Stadtrat muss der Kreditaufnahme zustimmen, weil die Stadt Gesellschafter des Airports ist. Ein positives Votum gilt als sicher. „Ich sehe das unproblematisch“, sagt ein Insider. Der Airport selbst gehe davon aus, ab 2024 wieder schwarze Zahlen zu schreiben und mithin die Kredite zurückzahlen zu können. Außerdem müssten die neuen Kreditlinien nicht voll ausgeschöpft werden. „Durch die Umsatzrückgänge braucht der Flughafen nun frisches Geld, um nicht zahlungsunfähig zu sein“, sagt ein Politiker. „Die Alternative wäre, den Flughafen zu schließen. Das wäre eine schlechte Lösung.“

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