Eiskunstlauf-Legende feiert Comeback

"Holiday on Ice": Norbert Schramm ist zurück!

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Sicher auf dem Eis bewegt sich Norbert Schramm noch heute, auch wenn ein Schaulauf wie bei der EM 1983 nur noch Erinnerung ist...

München - Diese verdammten drei Millimeter, die ihn nie loslassen. So schmal sind die Kufen von Norbert Schramms eingefahrenen Schlittschuhen. Und die hat die Eiskunstlauf-Legende jetzt wieder hervorgekramt.

Messerscharf ließ er sie gerade daheim im Allgäu schleifen. Daheim? Das war doch seit 2011 New York, diese schnelllebige Mega-City, in die er eigentlich nur wegen seiner zweiten Frau (der Regisseurin und Tänzerin ­Marianne Hettinger) gezogen ist. Mit der Fotografie, einer seiner Leidenschaften, wollte er dort Karriere machen. Druck hatte er keinen. Sein Erfolg als Amateur, Profi, als Showman, als Choreograf und Fotograf macht ihn schon lange unabhängig.

Umso erstaunlicher jetzt sein Comeback: Holiday on Ice, die berühmteste kunterbunte Eislauf-Revue der Welt, holt ihn wieder, den Schramm. 1700 Shows hat er einst mit seinen exaltierten Pirouetten, Sprüngen und Figuren für den Eiszirkus bestritten – in dem neuen Programm wird er ruhiger. Als Conferencier führt er durch die 70-Jahre-Geburtstagsshow Platinum (7. bis 15. Februar 2015 in der Olympia­halle, Tickets ab 31,90 Euro im Vorverkauf). Mit der tz sprach der Europameister, Vize-Weltmeister und mehrfache Deutsche Meister darüber, warum er wieder aufs Eis geht ...

Was zieht Sie wirklich wieder aufs Eis? Das Geld? Der Ruhm?

Norbert Schramm: Es hat seinen Reiz. Ich liebe dieses Flair, das Herumzureisen, auf Tournee sein und vor großem Publikum auftreten. Mir gefällt’s, und ich bin überglücklich, dass ich dabei bin und sogar als Stargast das Programm präsentieren darf.

Noch vor wenigen Jahren, als Sie nach New York gezogen sind, sagten Sie, Sie wollen mal als Fotograf statt als Eisläufer in Erinnerung bleiben.

Norbert Schramm: Ich werde wahrscheinlich eher als Eisläufer denn als Fotograf in Erinnerung bleiben. Das ist wohl mein Schicksal.

Sie vermissen also Ihr Publikum?

Norbert Schramm: Wenn ich im Büro eine geniale Idee hab’, steht keiner auf und gibt einem Applaus. Jeder, der einmal vor Livepublikum aufgetreten ist, weiß, wie es ist, die Reaktionen zu spüren, das Feedback zu bekommen. Das hat was.

Trauen Sie sich mit 54 noch die Belastung einer täglichen Show zu? 

Norbert Schramm: Ich springe nicht wie damals, ich mach die Dinge, die gut ausschauen, aber nichts, wo ich jeden Tag riskiere, dass ich mit dem Sanka abtransportiert werde. Dafür bin ich auch nicht engagiert. Sondern, um durch die Show zu führen, sie zusammenzuhalten.

Werden wir Sie noch einmal in Ihrem legendären roten Anzug sehen?

Norbert Schramm: Leider nicht, bei meinem Solopart hat sich der Choreograf für einen schwarz-weißen entschieden.

Wie machen Sie sich fit für die Show?

Norbert Schramm: Ich war im Sommer viel Joggen, Mountainbiken, ich mach’ Pilates, Yoga, bin viel an der frischen Luft, ernähre mich gesund, mehr kann man nicht machen. Ach ja, Eislaufen war ich natürlich auch.

Sind Sie endgültig wieder in Deutschland?

Norbert Schramm: Ja, seit letztem Oktober. In Sonthofen im Allgäu.

Warum dort?

Norbert Schramm: Meine Mutter ist gestorben, und dann hab beschlossen, ich leb’ mit meinem Vater zusammen. Das ist mein Stützpunkt. Gut, ich war das letzte Jahr acht Monate unterwegs, also viel Zusammenleben gibt es gerade nicht. Aber ich bin dort gemeldet. Die dreieinhalb Jahre in New York waren ein schöner Ausflug in die große, weite Welt. Aber ich bin froh, wieder hier zu sein.

Wie geht es nach „Holiday on Ice“ im kommenden März, weiter?

Norbert Schramm: Ich kann mir durchaus vorstellen, noch mehr mit Holiday on Ice zu sammen zu machen. Ich denke, wir könnten uns noch gegenseitig befruchten.

Aber Sie müssen nicht, oder?

Norbert Schramm: Nein, das nicht. Aber ich meine, für meine Altersvorsorge schadet es nicht, wenn noch was auf den Haufen draufkommt.

Sie sind wegen einer Frau nach New York ausgewandert. Kommen Sie auch wegen einer Frau wieder zurück?

Norbert Schramm: Nein. Also, eine Freundin habe ich zurzeit nicht. Aber es wird sich alles ergeben...

Das Interview führte ­Maria Zsolnay

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