Polizei klärt auf

„Home Jacking“: Wie kann man sich dagegen schützen?

In mehreren oberbayerischen Landkreisen kam es zu einer Serie von „Home Jacking“-Fällen. Wir haben nachgefragt, wie man sich dagegen schützen kann.

Schreck am Morgen! In der Früh ist das wertvolle Auto weg. In der Nacht sind dreiste Einbrecher klammheimlich eingebrochen, nur um an die Autoschlüssel und das teure Fahrzeug zu kommen. Über eine „Home Jacking“-Serie in den Landkreisen Starnberg und Weilheim haben der Münchner Merkur und seine Heimatzeitungen berichtet. Wir fragen bei Kriminalhauptkommissar Arno Helfrich, Leiter des Kommissariats für Prävention und Opferschutz beim Polizeipräsidium München, nach.

"Home Jacking" - was ist das eigentlich überhaupt? 

Arno Helfrich: „Home Jacking“ ist der Diebstahl hochwertiger Automobile; dabei brechen spezialisierte Einbrecherbanden in Häuser und Wohnungen ein, um an die Autoschlüssel und vor allem auch den Fahrzeugbrief zu kommen. Die Autos werden oftmals schnell ins Ausland gebracht. Die Diebesbanden verfügen über die entsprechenden Absatzkanäle.

Gibt es hier einen Trend? 

Helfrich: In München aktuell nicht; über die aktuellen Fälle in den Landkreisen Starnberg und Weilheim habe ich gelesen. Wir hatten solche Serien auch schon in München. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass es auch in der bayerischen Landeshauptstadt wieder zu solchen Vorfällen kommt.

Wie kann man sich dagegen schützen? 

Helfrich: Die spezialisierten Einbrecher wollen an den Autoschlüssel und möglichst auch an den Fahrzeugbrief gelangen. Es macht deshalb Sinn, Fahrzeugschlüssel und -brief getrennt voneinander aufzubewahren. Der Fahrzeugbrief sollte gesichert im Tresor und vielleicht sogar außerhalb des Hauses im Bankschließfach gelagert werden. In der Praxis sieht es jedoch oft so aus, dass der Fahrzeugbrief ordentlich abgeheftet in einem entsprechenden Ordner zu Hause zu finden ist.

Macht die Kombination passiver und aktiver Sicherungsmaßnahmen Sinn? 

Helfrich: Zu den üblichen Einbruchsschutzvorkehrungen in einem Haus gibt es keine Unterschiede. Eine unabhängige Beratung gibt es bei unserer Kriminalpolizeilichen Beratungsdienststelle. Man kann unter Telefon: 089 / 2910-3430 oder beratungsstelle-muenchen@polizei.bayern.de einen Termin vereinbaren. 

Die Fragen stellte Bodo-Klaus Eidmann.

Die kriminalpolizeiliche Beratungsstelle - Sicherheitstechnische Prävention Die vorbeugende Kriminalitätsbekämpfung gehört zu den wichtigsten polizeilichen und gesamtgesellschaftlichen Aufgaben. Die Kriminalitätsbekämpfung lässt sich aber nur dann positiv beeinflussen, wenn die Bevölkerung aktiv mitwirkt. In jedem Fall ist es besser, Straftaten zu verhindern, als zu verfolgen. Um dieses Ziel gemeinschaftlich zu verfolgen, wurde schon in den Jahren 1925 beim Polizeipräsidium München eine "Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle" als Servicestelle für den ratsuchenden Bürger eingerichtet. Zu dem kostenlosen, firmen- wie produktneutralen Serviceangebot gehören: - Individuelle Beratung über wirksame Sicherungseinrichtungen sowie elektronische Melde- und Überwachungsanlagen und entsprechende Verhaltensweisen. - Referate bei den verschiedensten Personengruppen über die Themen Sicherungsmöglichkeiten für Haus und Wohnung sowie weitere vorbeugende Verhaltensregeln für Sach- und Personenschutz - Erstellung von bedürfnisorientierten Schwachstellenanalysen und Sicherungskonzepten für Großobjekte und besonders sicherheitssensible Betriebe/Einrichtungen des Staates und der Wirtschaft.

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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