Im Vorfeld des Länderspiels

Hooligans prügeln sich im Biergarten

München - Die Bilanz der Münchner Polizei zum Länderspiel am Freitag würde eigentlich positiv ausfallen, wäre da nicht ein üble Prügelei in einem Biergarten gewesen:

Bereits im Vorfeld war bekannt geworden, dass über das vom österreichischen Fußballverband nach Österreich verkaufte Kartenkontingent hinaus zusätzlich ca. 5.000 bis 7.000 Eintrittskarten von österreichischen Fans erworben wurden. Deshalb war die Polizei auf eine Anreise von ca. 14.000 österreichische Fans vorbereitet. Tatsächlich wurde mit 15.000 der Höchststand anreisender Fans der österreichischen Nationalmannschaft bei einem Auswärtsspiel erreicht.

Erwartungsgemäß hielten sich sowohl die Fans der deutschen als auch der österreichischen Nationalmannschaft in der Münchner Innenstadt auf und nutzten die Fußgängerzone als Treff- und Sammelpunkt auf dem Weg ins Stadion. Ein Anziehungspunkt war dabei auch die Veranstaltung „Nachtschwärmer“ mit zahlreichen kulturellen, musikalischen und gastronomischen Angeboten. Eine Vielzahl österreichischer Fans fuhr auf direktem Weg von Österreich ins Münchner Fußballstadion.

Während sich der ganz überwiegende Teil der Fans in der Innenstadt friedlich vergnügte, kam es in einem Biergarten im Bereich des Münchner Hauptbahnhof zu einer tätlichen Auseinandersetzung. 30 Problemfans aus Deutschland und eine etwa gleichstarke Gruppe aus Österreich gerieten hier aneinander.

Nach ersten Erkenntnissen war dieser eine Provokation durch die einheimischen Fans vorausgegangen. Noch bei Eintreffen der Einsatzkräfte schlugen die Beteiligten aufeinander ein. Die Polizeibeamten konnten die Fanlager nur durch den Einsatz des Mehrzweckstock von einander trennen. Im Zusammenhang mit der Auseinandersetzung wurden fünf Männer wegen Körperverletzung bzw. Landfriedensbruch festgenommen. Zudem wurde bei 28 Personen die Identität festgestellt. Die weiteren Ermittlungen hat die Münchner Kriminalpolizei aufgenommen.

Abgesetzt vom Fußballgeschehen mussten die Einsatzkräfte am Hauptbahnhof tätig werden, nachdem ein Mann gezielt in ihre Richtung eine Glasflasche warf. Der Mann konnte festgenommen werden. Ihn erwartet eine Anzeige wegen versuchter Körperverletzung. Sein Begleiter wurde ebenfalls festgenommen, da die Aggressionen von beiden ausgingen.

Weitere Festnahmen erfolgten im Stadion, als eine Person Einsatzkräfte beleidigte. Insgesamt wurden bei dem Einsatz 13 Personen fest- und eine Person in Gewahrsam genommen.

Einsatzleiter Polizeivizepräsident Robert Kopp zieht eine positive Bilanz: „Ich bin mit dem Verlauf des Einsatzes sehr zufrieden und habe mich über viele feiernde und gut gelaunte Fans gefreut. Sowohl die Münchner Innenstadt als auch das Stadion strahlten in bunten Farben, ohne dass die Stimmung durch das Abbrennen von Pyrotechnik getrübt wurde. Unsere „Manndeckung“ ließ den 500 in München anwesenden Problempersonen keinen Raum für Sicherheitsstörungen.“

Sehr gut bewährt haben sich bei dieser Begegnung die Konzepte der internationalen Kooperation. „Die hervorragende Unterstützung durch die österreichischen Polizeibeamten in München ist beispielgebend für eine funktionierende länderübergreifende Zusammenarbeit bei sportlichen Großveranstaltungen“, so Kopp. Ein besonderes „Vergelt’s Gott“ gilt allen friedlichen Fans, aber auch allen Verkehrsteilnehmern, die die Hinweise der Münchner Polizei beachtet und die öffentlichen Verkehrsmittel zum Besuch der Innenstadt benutzt haben.

mm

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