Not-OP im Krankenhaus

Viktualienmarkt: Einbrecher fast verblutet

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Der Geschäftsführer Jubrail Habib (li.) des Orient-Imbiss Sababa am Viktualienmarkt vor seiner zerbrochenen Tür.

München - Dieser Einbruch hätte dem 28-jährigen Münchner fast sein Leben gekostet! Als er die Panzerglastür eines Standes am Viktualienmarkt eintrat, verletzte er sich schwer am Bein und drohte zu verbluten.

Der junge Mann hatte Donnerstag, etwa um 4.30 Uhr morgens, gegen die Eingangstür des orientalischen Spezialitäten-Imbiss-Standes Sababa am Viktualienmarkt mit unglaublicher Wucht eingetreten. Dabei zerbrach die Tür aus Panzerglas. Der Täter verletzte sich schwer an der Schlagader des rechten Beins!

Not-OP im Krankenhaus

Wäre nicht eine Standlfrau zufällig vorbei gekommen – er wäre verblutet. Der bereits bewusstlose Mann deutscher Nationalität lag in einer riesigen Blutlache zwischen dem Laden und den Abfallcontainern des Viktualienmarktes. Dank der Bäckersfrau, die sofort den Sanka rief, wurde der Täter im Krankenhaus sofort notoperiert – und sein Leben gerettet.

Seinen Raubzug hatte der stark betrunkene Mann etwa gegen drei Uhr morgens gestartet. Seine erste Station: Fisch Witte. Ungefähr eine Stunde habe er sich in dem Fischladen aufgehalten, wie die Kameraüberwachungen beweisen. Als ihm trotz des Alkohols bewusst wurde, dass es kein Bargeld zu holen gibt, ging er einfach zum nächsten Stand. Klaus Witte: „A bisserl sehr unprofessionell gedacht war das schon. Welcher Standbesitzer lässt schon nachts Geld im Geschäft?“, sagte der Chef Donnerstag der tz.

Doch der Käppiträger wollte nicht aufgeben und versuchte es beim Sababa nebenan. Kein leichtes Unterfangen,denn um diese zentimeterdicke Glasscheibe mit dem Fuß zum Bersten zu bringen, bedarf es schon großer Gewalteinwirkung. Geschäftführer Jubrail Habib: „Er muss wirklich literweise Blut verloren haben. Die gewaltige Blutspur reichte von der Tür bis zu dem Ort, an dem er zusammengebrochen ist. Das waren sicher über sechs Meter.“ Offensichtlich seien die Einbrüche wohl eine Art spontane „Schnaps-Idee“ gewesen. Der Täter habe das laut Polizei seinem starken Alkoholmissbrauch zugeschrieben.

Der Einbruch war das Gesprächsthema Donnerstag am Viktualienmarkt: Einerseits zeigten sich die Geschäftsleute – trotz der Tat – betroffen, dass der Mann fast gestorben wäre. Andererseits diskutierten sie, wie der Markt sicherer gemacht werden kann.

Marktaufsicht würde nichts bringen

Klaus Witte weiß: „Man kann wirklich die Uhr danach stellen: Die Einbrüche passieren vorwiegend ab drei Uhr in der Früh.“ Das sei die Zeit, in der die Nachtschwärmer nicht mehr in der Innenstadt unterwegs sind und die Geschäftsleute noch nicht da. Eine Marktaufsicht, die nachts aufpasst, würde wahrscheinlich nichts bringen. Dafür ist der Platz mit seinen über hundert Ständen einfach zu groß“, erklärte Marktfrauensprecherin Elke Fett .

Eines kann man jedenfalls gewiss sein: Dieser Einbrecher versucht es sicher nicht mehr. Dafür ist die Narbe zu lang, die Donnerstag in der Klinik unter dramatischen Umständen genäht werden musste. Sobald sie verheilt ist, wird der Mann eine Anzeige wegen versuchten Einbruchs bekommen. Polizeisprecher Wolfgang Behr: „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren.“

Tina Layes

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