Horror-Überfall mit Elektro-Schocker

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Matthias G. (27) und seine Freundin leiden noch heute

München - "Ich hatte Todesangst." Vor Gericht musste Matthias G. (27) am Dienstag den schrecklichsten Moment seines Lebens schildern. Wegen einer Kamera wurde er brutal überfallen.

Matthias G. hatte eine teure Spiegelreflexkameras verkaufen wollen. Doch der Mann, den er in seine Wohnung ließ, wollte die Kamera nicht kaufen, sondern rauben. Björn K. (37) zog plötzlich eine Pistole: „Hinlegen!“ Der 27-jährige und seine Freundin (26) mussten einen Horror durchmachen, von dem sie sich bis heute nicht erholt haben.

Der Mann, der sich am 20. September 2010 auf ein Internet-Inserat gemeldet hatte, machte einen seriösen Eindruck. Er hatte eine Ahnung vom Fotografieren. 45 Minuten fachsimpelten beide, dann stand der Verkauf an. Man einigte sich auf 2400 Euro. Björn K. holte aber kein Geld aus der Tasche, sondern eine Pistole.

„Ich habe mich hingelegt. Er hat meine Hände mit Kabelbindern auf den Rücken gefesselt“, schildert das Opfer. Dann wickelte der Verbrecher Klebeband um dessen Mund. „Ich habe laute Geräusche von mit gegeben, damit meine Freundin mich hört.“ Doch sie flüchtete nicht aus der Wohnung, sie griff den Täter todesmutig an!

Es entbrannte ein Kampf. „Ich habe gesehen, wie er meine Freundin geschlagen hat. Ich habe es geschafft, mich zu befreien“, so der Zeuge. Es gelang ihm, dem Täter die Waffe aus der Hand zu schlagen. Dieser attackierte ihn nun mit einem Elektroschocker! Inzwischen eilte ein Nachbar zu Hilfe. Gemeinsam gelang es, den Räuber zu überwältigen. „Wir fühlen uns in der Wohnung nicht mehr wohl, wir haben Angst“, so Matthias G. „Wir haben gedacht, gleich knallt es und einer ist tot.“

Björn K. gab alles zu

Der Angeklagte gibt vor Gericht alles zu. Als Handelsvertreter verdiente er 5000 Euro im Monat. Warum diese Tat? „Ich wollte die Kamera.“ Er entschuldigte sich: „Ich habe nicht bedacht, welchen seelischen Schaden ich Ihnen zugefügt habe. Ich bewundere Ihren Heldenmut.“

Eberhard Unfried

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