Horror-Unfall nach Weihnachtsfeier

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Lukas K. fiel an der S-Bahnstation Isartor ins Gleisbett. Dabei wurde der junge Mann bewusstlos und eine Minute später überrollte ihn ein Zug

München - "Der Zustand ist sehr kritisch. Die Chancen, dass er überlebt, sind sehr gering!" Die traurigen Worte des Polizeisprechers sagen alles über das Drama um Lukas K. (20), der von einer S-Bahn überrollt wurde.

Der 20-Jährige aus Göggenhofen bei Aying stürzte am Samstagmorgen nach einer Weihnachtsfeier in das Gleisbett am Isartor. Er wurde von der S-Bahn überrollt, die Räder trennten ihm beide Beine ab. Nur medizinische Apparate halten ihn seither noch am Leben. Freunde und Vereinskameraden des jungen Mannes stehen unter Schock.

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Besonders groß ist die Betroffenheit beim SV Helfendorf, für den Lukas jahrelang Fußball spielte. „Da fehlen einem die Worte“, sagt Jugendleiter Robert Renz betroffen. Er hatte am Sonntagmorgen von dem tragischen Unglück erfahren. Da hieß es noch, Lukas sei tot. Die Polizei hatte fälschlicherweise diese Meldung hinausgegeben. Nachmittags wurde dies korrigiert. Lukas lebt, aber sein Zustand ist äußerst kritisch. Die Maschinen im Klinikum sorgen dafür, dass sein Herz weiterschlägt. Zuvor wurde er mehrere Stunden notoperiert. Lukas hat beide Beine verloren, zudem schwerste Kopfverletzungen erlitten.

Es war Samstag um 5 Uhr morgens, als Lukas ins Gleisbett stürzte. Er war auf der Weihnachtsfeier seiner Firma, bei er eine Lehre als Modellbauer macht. Wo er danach weitergefeiert hat, ist unklar. Jedenfalls war Lukas laut Polizei stark alkoholisiert.

Nach dem Sturz verlor er offenbar das Bewusstsein. Eine Minute später wurde er von einer einfahrenden S-Bahn Richtung Innenstadt erfasst. Der Zugführer bemerkte den Unfall nicht, setzte seine Fahrt fort. Passanten wurden auf den 20-Jährigen aufmerksam und bargen den Schwerverletzten vom Gleis. Ihnen muss sich ein schrecklicher Anblick geboten haben. Lukas hat Unmengen Blut verloren.

„Wir können das alles noch gar nicht fassen“, sagt Fußball-Betreuer Renz. Er kennt Lukas seit 1999, als er in der F-Jugend beim SVH zu kicken begann. Seine Lieblingsposition war auf der linken Angriffsseite. Nach dem Juniorenbereich kickte er nur noch sporadisch im Verein, war aber oft dabei bei den Fußballern. „Er ist ein ganz ruhiger, netter Kerl“, erzählt Renz. „So etwas ist so traurig, das darf doch alles gar nicht wahr sein!“

Groß ist die Betroffenheit auch beim Burschenverein Peiß. Auch hier war Lukas aktiv und gern gesehen. Sie alle können noch nicht fassen, was am Samstag passiert ist. Genauso wie Lukas’ bildhübsche Freundin Katha wollen sie nicht glauben, dass sein Leben nur noch am seidenen Faden hängt, an Maschinen in der Intensivstation.

Jacob Mell, Stefan Dorner

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