1. tz
  2. München
  3. Stadt

Horst Jüssen: Lungenkrebs!

Erstellt: Aktualisiert:

Kommentare

Horst Jüssen kämpft gegen den Krebs.
Horst Jüssen kämpft gegen den Krebs. © dpa

Es war am 14. November vor gut vier Monaten und eines dieser vertrauten Bilder: eine strahlende und immer junge Lena Valaitis lächelt mit ihrem Mann Horst Jüssen (67) in mindestens zwanzig Kameras.

Bei der DVD-Night im ArabellaSheraton Grandhotel. Wann immer man die Schlagersängerin und den Schauspieler traf – es war eine Begegnung mit dem Glück. Auch an diesem Abend, wie seit 29 Jahren.

Doch das Unglück hatte da schon ganze Arbeit geleistet: Ein Tumor hatte sich in die Lunge gefressen, und erst sechs Wochen später machte er sich bemerkbar – genau an Heiligabend – mit Herzschmerzen und Ziehen in Armen und Beinen. Die Ärzte im Klinikum Rechts der Isar stellten tags drauf die Diagnose: Lungenkrebs. Das berichtet die Illustrierte „Bunte“ in ihrer aktuellen Ausgabe.

Doch Horst Jüssen lässt sich davon in seinen Grundfesten nicht erschüttern, wie die tz feststellen musste. „Ja, mei, des passiert halt“, sagt er mit etwas rauer und vielleicht auch ein bisschen weniger kraftvoller Stimme am Telefon, aber völlig frei von Klage: „Ich möchte gar nicht erst die große Mitleidsmasche haben, weil Tausende andere dasselbe durchstehen müssen.“ Horst Jüssen hat halt nun mal wahnsinnig viel geraucht. 45 Jahre lang. Eine nach der anderen.

Und wie geht’s jetzt? „Ich fühl’ mich ganz gut. Gerade habe ich die vierte Chemotherapie hinter mir. Jetzt bin ich eine Woche daheim, dann gehen die Bestrahlungen los.“

Daheim bei seiner Frau, die das ganze Glück seines Lebens ist, und die ihm die zwei Söhne Don und Marco geschenkt hat. „Stärke – die hat sie!“, freut er sich am Telefon; und eben viel, viel Liebe.

„Ich habe den Kampf gegen den Krebs aufgenommen, und ich gewinne ihn auch. Da geht kein Weg dran vorbei“, sagte Jüssen in der „Bunten“. „Ich schaffe es auf jeden Fall. Und im Herbst, wenn meine Freunde vom Chiemgauer Volkstheater ihr nächstes TV-Stück aufzeichnen, will ich selbstverständlich wieder mit von der Partie sein – als Preuße vom Dienst.“

Horst Jüssens Optimismus beruht auf drei Säulen: „Die erste ist die Kunst und Erfahrung der Ärzte, die sich um solche Dinge kümmern. Die zweite Säule ist der eiserne Wille. Gedanklich und kräftemäßig mache ich alles, um das zu überstehen. Täglich lade ich mir von ganz oben Kraft herunter. Und die dritte Säule ist die Liebe der Familie.“

Um die Hälfte seiner Größe hat sich der Tumor allein schon mit der ersten Chemo verkleinert – das gibt Jüssen Rückenwind. Und die Kompetenz des Ärzteteams um den Onkologen Professor Dr. Christian Peschel vom Rechts der Isar. Ja, und auch der Glaube an ganz oben.

Nächste Woche muss der Schauspieler und Kabarettist wieder zurück in die Klinik, wo er seit Weihnachten so gut wie ununterbrochen gelegen hat. Ohne Jammern und ohne Wehklagen. Selbstmitleid ausgeschlossen.

Seine Frau Lena Valaitis wird ihn wieder jeden Tag besuchen – und er reißt seine Witze. Selbstironie und ein bisschen Zynismus helfen in den schlimmsten Lebenslagen – und darin ist das Nordlicht Horst Jüssen seit weit über 40 Jahren Meister, ja sogar eine Legende. Als Kabarettist bei der Münchner Lach- und Schieß Anfang der 70er-Jahre, später als flotter Adolar in der Kultserie „Klimbim“, die Horst Jüssen vor ein paar Jahren auch auf die Bühne brachte, als das alte Ensemble noch vollzählig war.

Quelle: tz

Auch interessant

Kommentare