Schiebedach rettet Unternehmer

Steinschlag auf Autobahn - er verklagt den Freistaat

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Horst K. (74) ist sauer: „Der Freistaat soll meine Kosten bezahlen“.

Während einer Fahrt auf der A3 erlebte Horst K. den Schock seines Lebens. An einer Brücke stürzen große Steinbrocken auf seinen Jaguar. Nur das Glasdach des Fahrzeugs verhindert eine Katastrophe.

München - Nur wenige Zentimeter haben gefehlt - und Horst K. (74) wäre heute nicht mehr am Leben. Doch der Unternehmer hatte Glück: Sein Schiebedach hat ihn gerettet, als Steinbrocken auf sein Auto krachten. „Zum Glück war die Innenabdeckung zu.“

Mit mehr als 100 Stundenkilometern war Horst K. auf der Autobahn A3 unterwegs gewesen, als es am 1. Oktober 2015 zu dem Unfall kam: Nahe der Anschlussstelle Laaber (Lkr. Regensburg) war K. an einer Brücke vorbeigefahren, die vom Freistaat umgebaut wurde. „Plötzlich tat es einen Riesenschlag“, sagt der Unternehmer. Unfassbar: Steinbrocken waren aus mehreren Metern Höhe auf seinen Jaguar XF gefallen. „Ich habe mich erschreckt und das Lenkrad herumgerissen. Das war wahnsinnig gefährlich.“ Doch wie durch ein Wunder wurde Horst K. nicht verletzt.

Wegen des Steinschlags war das Glas im Jaguar XF gesplittert.

Mehr als zwei Jahre später hat er nun am Landgericht geklagt und fordert die Reperaturkosten ein. Denn: An seinem Jaguar waren insgesamt 4900 Euro Schaden entstanden. Vier Tage lang war der Luxuswagen in der Werkstatt. Doch für die Kosten will der Freistaat nicht aufkommen - trotz des lebensgefährlichen Steinsschlags. „Aus unserer Sicht wurde die Verkehrssicherungspflicht bei den Bauarbeiten verletzt“, sagt Anwalt Adam Rosenberg, der K. vertritt. Ein Vergleichsangebot des Gerichts über 500 Euro lehnte er am Mittwoch ab. „Das können wir beim besten Willen nicht annehmen.“ Nun wird der Prozess fortgesetzt. Der Ausgang ist offen. Horst K. sagt: „Ich hoffe auf Gerechtigkeit.“

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Andreas Thieme

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