Michaela B. stach auf ihren Freund ein

Hotelchef gibt ihr den alten Job wieder

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Stach zu: Michaela B.

München - Michaela B. hatte am 5. Dezember 2012 im Streit ihren damaligen Lebensgefährten durch einen Messerstich schwer verletzt. Ihr Chef verspricht ihr aber ihren Job zurück, wenn sie aus dem Gefängnis kommt.

Wenn sie aus dem Gefängnis kommt, hat sie sofort wieder ein Zuhause bei uns!“

Das verspricht der Chef des Hotels Nymphenburg, Mathias van der Kemp, der 40-jährigen Michaela B. „Sie kann gleich wieder bei uns arbeiten.“ Diese hatte am 5. Dezember 2012 im Streit ihren damaligen Lebensgefährten durch einen Messerstich schwer verletzt. Seither sitzt sie in Haft. Nun fiel das Urteil: zweieinhalb Jahre Gefängnis!

Die Hotel-Hausdame hatte in der Brudermühlstraße mit einem U-Bahn-Fahrer zusammengelebt. Sie bekam heraus, dass er im Internet einer anderen Frau „I love you!“ schrieb.

Chef Mathias von der Kemp

In der folgenden Eifersuchts-Szene verletzte sich die Frau – wie schon öfter zuvor – mit einem Messer. Das Paar versöhnte sich. Doch am Abend des 5. Dezembers kam es erneut zum Eklat, weil der Freund seinem Internet-Gspusi erneut Liebesschwüre sendete. Wieder griff Michaela B. zu einem langen Messer. Sie drohte, sich umzubringen.

Ihr Freund versuchte, ihr das Messer zu entwinden, sie wehrte sich. In der Anklage steht: „Im Rahmen dieses Gerangels stach die Angeklagte dem Geschädigten die Messerklinge wuchtig in den unteren Bauchbereich.“

Der acht Zentimeter tiefe Stich durchbohrte den Darm. Das Opfer wurde durch eine Notoperation gerettet.

Im Prozess vor der 3. Strafkammer war Michaela B. zunächst schlecht beraten. Ihr Anwalt wollte die Tat als Unfall darstellen: Das Opfer sei selbst ins Messer gelaufen! Ein Unsinn, so Gerichtsmediziner Prof. Matthias Graw: „So, wie der Vorfall geschildert wurde, kann er sich nicht zugetragen haben.“

Schließlich rang sich Michaela B. doch zu einem Geständnis durch. Sie habe zugestochen, um zu verhindern, dass ihr Freund die Wohnung verlässt. „Die Tat ist nicht entschuldbar“, betonte Vorsitzender Richter Anton Winkler, der ein mildes Urteil verkündete: zweieinhalb Jahre wegen gefährlicher Köperverletzung!

Im Juli 2014 kann sie bei guter Führung das Gefängnis wieder verlassen. „Wir schreiben ihr einmal wöchentlich einen Brief“, sagt Mathias van der Kemp. „Sie bleibt eine von uns.“

Eberhard Unfried

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