Konzert auf dem Königsplatz

Hubert von Goisern: Tausendsassa mit Quetsche

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Hubert von Goisern auf dem Königsplatz.

München - Goisern goes West: Die musikalischen Weltreisen mit Hubert von Goisern machen vor allem deshalb so viel Spaß, weil da einer tibetanische oder afrikanische Klänge liebt, ohne seine Wurzeln mitten in Europa zu vergessen: die alpenländische Musik.

Die jüngste Leidenschaft des Tausendsassas Goisern, die er am Freitagabend bei seinem Traum-Openair auf dem Königsplatz mit uns Münchnern teilte, ist die Südstaatenmusik.

Wenn der mittlerweile 63-jährige Bursch aus dem Salzkammergut den Blues kriegt, klingt das nach Heurigen, und der Cajun kriegt den Walzertakt. Diese Weltmusik Made in Austria vor der Traumkulisse von Glyptothek und Propyläen, bei „lässigem Wetter“ (o-Ton Goisern) – des passt! Und wie es passt!

Dabei ist die frisch entdeckte Liebe des Österreichers zu Amerika durchaus nicht gänzlich ungetrübt. Eher im Gegenteil sogar. „Meine Vorurteile haben sich eher potenziert.“, erzählt er den fast 10 000 Zuhörern auf dem Königsplatz. „Blitzköpf sind überm Erdball gleichmäßig verteilt. Aber es gibt halt mehr Amerikaner als Österreicher ...“ Aber im Sumpf von Louisiana, „da hat i des Gfühl, da bin i dahoam.“

An die 10 000 Fans auf dem Königsplatz waren am Freitagabend von Hubert von Goisern begeistert. Der 63-Jährige aus dem Salzkammergut zelebrierte mit seiner Quetsche seine neu entdeckte Liebe zur amerikanischen Südstaatenmusik.

Und des hört man auch! Die wundervolle „Amazing Grace“-Fassung „so a segn“ geht auch ans bayerische Herz. Was den US -Country und die österreichische Volksmusik verbindet: beide werden sie von rechten Wirrköpfen, von engstirnigen Knochen vereinnahmt. Und genau das macht Goisern einen Heidenspaß: mit rockigen Rhythmen dem Country oder dem Landler den Staub so richtig abzuklopfen und sie den Brauchtums- Blockwarten mit aller musikalischer Macht zu entreißen. Ein abgedroschener Ohrwurm wie Oh Susanna wird da hopplahopp zum fetzigen Protestsong. He­rausragend!

Goisern hat Amerika erobert – und den Königsplatz in München gleich mit. Ein wahrhaft großer Abend!

Klaus Rimpel

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