Diesmal geht es um ihn selbst

Haderthauer: Neuer Ärger am Gericht

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Hubert Haderthauer mit seinem Anwalt Gerd Tersteegen vor dem Landgericht.

München - Hubert Haderthauer droht in einer anderen Sache als der Modellauto-Affäre neuer Ärger vor Gericht. Dieses Mal geht es nicht um seine frühere Firma, sondern um ihn selbst.

Gerade mal sechs Wochen ist es her, dass sich Hubert Haderthauer vor dem Landgericht verantworten musste. Dreifachmörder Roland S. hatte ihn auf Schadensersatz verklagt und wollte 17 625 Euro erstreiten, weil Haderthauer ihn in der Modellauto-Affäre angeblich über den Tisch gezogen hatte. Zu dem Termin musste Haderthauer selbst nicht erscheinen. Ganz im Gegensatz zu Montag!

Denn nun droht Haderthauer in einer anderen Sache neuer Ärger vor Gericht. Dieses Mal geht es nicht um seine frühere Firma, sondern um ihn selbst.

Seit 1991 arbeitet der Ehemann der geschassten Staatskanzlei-Chefin Christine Haderthauer (CSU) als Psychiater und war auch für das Landgericht Ingolstadt tätig. Dort untersuchte er Angeklagte und führte sogenannte Drogen-Screenings durch, für die auch Laborarbeiten notwendig waren. Diese soll Haderthauer aber seit dem Jahr 2004 insgesamt 16 Monate lang falsch abgerechnet haben. Mehr als zehn Jahre später fordert der Freistaat nun Geld zurück – und hat Haderthauer auf 48 410 Euro verklagt.

Vor der Zivilkammer des Landgerichts bestritt Haderthauer die Vorwürfe. Er habe als Landgerichtsarzt Verwaltungstätigkeiten über seine eigene Praxis abgerechnet, da der Aufwand sonst nicht zu bewältigen gewesen sei. Angeblich eine übliche Vorgehensweise. Ab November 2004 beauftragte er auch andere Labore. Der Freistaat bemängelt nun, dass Haderthauer die Laborarbeiten dem Landgericht hätte mitteilen müssen. Laut Gesetz hätte er nur abrechnen dürfen, was er selbst ausgeführt oder in Auftrag gegeben hatte.

Ob Haderthauer dadurch Gewinne einfuhr, lässt sich heute aufgrund fehlender Unterlagen nur noch schwer nachweisen. Einen Vergleich lehnte der Freistaat ab. Das Landgericht will sein Urteil am 30. September verkünden.

Andreas Thieme

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