Geheime Pläne enthüllt

Hugendubel: Das wird sein neues Gesicht

Absichtlich unauffällig: So harmonisch soll sich die Silhouette des Hugendubels am Marienplatz in die Umgebung einfügen

München - Es geht um Münchens allerbeste Stube: Der Marienplatz wird sein Gesicht verändern. Der bestimmende Bau gegenüber des Rathauses erhält eine neue Fassade – der Hugendubel.

Am Dienstagabend bekam die Stadtgestaltungskommission die geheimen Pläne erstmals zu Gesicht. Endlich verschwindet die alte Gesamtschul-Architektur in Beige, diese merkwürdigen türkisblauen Pfosten und gläserne Aufzüge, die früher zu einem Luxus-Restaurant führten, das die Münchner bald satt hatten. Oder, wie OB Christian Ude es formulierte: „Das Haus sieht aus wie zwei Hälften eines aufgeschnittenen Stachelschweins auf Giraffenbeinen.“

Jetzt schon plant die Eigentümerin Bayerische Hausbau Umbau und Sanierung. Die Substanz des Wiederaufbaus der 50er-Jahre stellte sich als robust heraus. Klar war aber: „Wenn wir die Chance haben, wollen wir die Fassade aufräumen“, sagte Hausbau-Chef Jürgen Büllesbach. Die Schörghuber-Tochter beauftragte mit Gert Goergens den Heimatpfleger höchstpersönlich als Architekten. Der legt nun einen Entwurf vor, der absichtlich unauffällig ist. Die 50er-Jahre will er aufleben lassen, den Hugendubel wieder in eine Einheit mit den schlichten Nachbarhäusern stellen, „Zierrat und Verunstaltungselemente abbauen“.

Das sind Münchens schönste Fassaden

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Fassaden München Preise
16 Preise hat die Gutachterkommission im Münchner Fassadenwettbewerb 2010 vergeben. Ein Sieger ist die Amalienstraße 71: Dieser imposante Bau wurde von 1899 bis 1901 von Ludwig Seemüller im Stil der Renaissance erbaut. Bei der Sanierung des fünfgeschossigen Mietshauses in der Maxvorstadt ging es darum, den historischen Baubestand zu sichern und – wo notwendig – zu reparieren. Nach Ansicht der Jury ist diese Maßnahme gelungen und „für den Straßenraum der Amalienstraße von nicht zu unterschätzender Bedeutung“. © Haag
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Astallerstraße 6: Die Neubarockfassade dieses Mietshauses in der Schwanthalerhöhe wurde ausgebessert, das Dach stadt­typisch mit naturroten Ziegeln gedeckt. „Das bringt den architektonischen Wert des Hauses zur Geltung“, so die Jury. © Haag
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Clemensstraße 38/40: Die beiden Mietshäuser in Nordschwabing wurden im späten Jugendstil Anfang des 20. Jahrhunderts erbaut. Typisch für diese Bauweise ist der Wechsel von glatten und strukturierten Putzflächen – bei der Renovierung gab man sich große Mühe, den Fassadenputz zu erhalten. Die Jury: „Ein visueller Gewinn!“ © Haag
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Nußbaumstraße 1: „Sieht ja wie vorher aus!“ So beschrieb die Jury die Qualität, mit der die evangelische Bischofskirche St. Matthäus in der Ludwigsvorstadt saniert worden ist. Bei der Renovierung mussten erhebliche Betonschäden repariert werden. Struktur und Farbe seien dabei „dem Original sehr gut angeglichen worden“, so die Jury. Dafür gab es zwar keinen Preis, aber immerhin ­eine ­„lobende ­Erwähnung“. © Haag
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Dom-Pedro-Platz 6: 1904 bis 1907 wurde das Heiliggeistspital in Neuhausen erbaut. Gut zwei Jahre dauerte die Sanierung des städtischen Altenheims – eine „lobende Erwähnung“ seitens der Jury. © Haag
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Friedrich-Herschel-Str. 8: Das denkmalgeschützte Reihenmittelhaus in Bogenhausen wurde 1923 errichtet. Die Eigentümer ließen den Fassadenstuck ausbessern, neue Fenster einbauen und erneuerten Haustüre und ­Garagentor. Die Jury: „Durch die ­mustergültige Renovierung konnte das Gebäude erheblich aufgewertet werden. Eine Bereicherung für Bogenhausen!“ © Haag
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Hans-Sachs-Straße 1: In den 60ern wurden die Zwerchgiebel und Stuckaturen dieses über 100 Jahre alten Mietshauses inm Glockenbachviertel entfernt. Die neuen Eigentümer das alte Erscheinungsbild mit viel Mühe wiederhergestellt. Laut Jury „ein anerkennenswerter Beitrag“. © Haag
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St.-Anna-Platz 2: Stuck und zwei Erker prägten dieses Mietshaus im Lehel, das 1888/89 nach einem Entwurf von Gabriel von Seidl entstand. Die im Krieg zerstörte Fassade wurde nach alten Vorlagen rekonstruiert. Die Meinung der Jury: „Vorbildlich!“ © Haag
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Wilhelm-Düll-Straße 9: Die Fassade dieses historischen Eckhauses in einer denkmalgeschützten Reihenhausgruppe in der Villenkolonie Gern bekam im Rahmen einer Gesamtsanierung ein neues Gesicht. Alte Fotos lieferten die Vorlage für die neuen Fenster, gebrochenes Weiß ersetzt das vorher aufgetragene kräftige Ocker. Die Bewertung der Jury: „Eine solide Instandsetzung, die das Anwesen wieder gut zur Geltung bringt und als Vorbild für die Häuser in der Nachbarschaft dienen kann.“ © Haag
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Auch die Innere Wiener Straße 44 verdient nach Ansicht der Jury den Fassadenpreis 2010. © Haag
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Ebenfalls mit dem Fassadenpreis 2010 geehrt: Die Jahnstraße 48. © Haag
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Auch die Zieblandstraße 14 ist auf der Liste der Fassadenpreisträger. © Haag
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Maximilanstrasse 29 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Agnesstrasse 56 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Cuvilliestrasse 2 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Eisolzrieder Strasse 2 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im JaVorjahr gekürt: Franz-Joseph-Strasse 1 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Grillparzerstrasse 38 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Grillparzerstrasse 51 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Hanauer Strasse 14 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Herterichstrasse 38 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Irmgardstrasse 13 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Ismaninger Strasse 111-115 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Kirchenstrasse 20 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Laplacestrasse 23 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Lothringer Strasse 15 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Mariannenplatz 1 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Mariannenplatz 2 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Jahr 2010 gekürt: Marienplatz 11 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Reichenbachstrasse 22 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Tal 7 (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Biedersteiner Strasse 1a (Fassadenpreis) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Gebelstrasse 2 (Lobende Erwähnung) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: St.-Jakobs-Platz 1 (Lobende Erwähnung) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Seidlstrasse 7-11 (lobende Erwähnung) © Fotos: Planungsreferat
Und diese Fassaden wurden im Vorjahr gekürt: Ungererstrasse 13 (Lobende Erwähnung) © Fotos: Planungsreferat

Die Stadtgestaltungskommission aus Architekten, Ingenieuren, Behörden- und Rathaus-Vertretern lobte die Pläne einstimmig – nur in kleinen Punkten machte sie Verbesserungsvorschläge. Ude hält den Entwurf für „kultiviert, angemessen, sensibel – ein Riesengewinn für den Marienplatz.“

David Costanzo

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