Bachmaier-Prozess: Schnee von gestern!

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Kurz nach der Razzia machte Bachmaier im Juli 2011 schon wieder Party

München - Hugo Bachmaier (54) kann wieder lachen! Der Promi-Wirt ist am Montag im Koks-Prozess vor dem Münchner Amtsgericht freigesprochen worden. Aus Mangel an Beweisen!

Die Richterin schickte Bachmaier allerdings nicht ohne eine bissige Bemerkung nach Hause: „Die Sache ist für Sie jetzt erledigt. Aber ich bin fest davon überzeugt, dass Sie’s waren. Ich kann’s Ihnen nur nicht nachweisen.“ Tatsächlich wurde es für den Szene-Wirt in den vergangenen Monaten ziemlich eng. Die Staatsanwaltschaft wollte ihn bereits zu einem Strafbefehl über 18 000 Euro verdonnern. Er soll im Dezember 2010 mindestens 0,57 Gramm Kokain bei dem szenebekannten Dealer Rene M. (52) gekauft haben.

Doch Bachmaier bestritt bis zuletzt. Die tz erklärt, warum er jetzt ohne Strafe davon gekommen ist:

Bachmaier geriet bei einer Telefonüberwachung des Dealers ins Visier der Drogenfahnder. Daraufhin rückten im Juli vergangenen Jahres 40 Beamte zur Razzia in seinem Bachmaier Hofbräu in der Leopoldstraße sowie in seiner Feldmochinger Wohnung an. Dort fanden sie drei Gramm Koks in den Schuhen seiner damaligen Freundin, die alle Schuld auf sich nahm. Und die Telefon­überwachung darf vor Gericht nicht verwendet werden.

Dealer Rene M. stand im November wegen mehr als 100 Fällen von illegalem Drogenverkauf vor Gericht. Nach seinem vollumfassenden Geständnis wurde der Ex-Freund der bereits verstorbenen Schauspielerin Jennifer Nitsch († 37)zu mehr als drei Jahren verdonnert. Auch in der Anklage: der Verkauf an Bachmaier. Doch am Montag machte M. als Zeuge von seinem Aussage-Verweigerungsrecht Gebrauch.

Selbst eine positive Haarprobe brachte den bulligen Wirt Bachmaier nicht zu Fall. „Sie belegt zwar den Eigenkonsum, aber nicht den Erwerb“, sagte selbst die Staatsanwältin. Bachmaier kann sich den Kokain-Nachweis in seinen Haaren leicht erklären: „Wir waren vergangenes Jahr im Frühjahr im Urlaub in Las Vegas. Da haben wir einen Junggesellen-Abschied gefeiert und es richtig krachen lassen.“ Inzwischen habe er freiwillig weitere Gutachten anfertigen lassen, die angeblich alle beweisen, dass er seit einem Jahr kein Koks mehr konsumiert hat. Bachmaiers Drogen-Affäre – für ihn ist sie jetzt Schnee von gestern.

Sebastian Arbinger

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