Wildernder Hund fällt Rehkitz an

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Ein Rehkitz im Gras: Als Schutzreflex ducken sich viele junge Wildtiere auf den Boden.

München - Bereits am Karfreitag wurde eine Spaziergängerin im Perlacher Forst Zeugin, als ein wildernder Schäferhund ein Rehkitz riss. Ein Hundebesitzer war offenbar nicht anwesend.

Eine Spaziergängerin hat einen wildernden Hund im Perlacher Forst ertappt: Nach Angaben der Polizei hatte der Schäferhund am vergangenen Freitag ein Rehkitz gejagt und gestellt. Die Frau ging dazwischen, nahm dem Hund seine Beute weg und vertrieb ihn. Anschließend verständigte sie die Tierrettung, die das Kitz ins Münchner Tierheim brachte. Dort nahm eine Mitarbeiterin das junge Reh drei Tage lang unter ihre Fittiche und päppelte es mit spezieller Aufzuchtmilch auf. Offenbar hat das Tier die Attacke unbeschadet überstanden. Am Montag wurde das Kitz in eine spezielle Wildtierstation nahe Würzburg gebracht. Nach dem wildernden Schäferhund beziehungsweise seinen Haltern wird gefahndet.

Laut der Münchner Polizei gibt es relativ häufig solche oder ähnliche Zwischenfälle mit frei laufenden Hunden, die nicht ausreichend erzogen sind. In Stadt und Landkreis München gibt es keine generelle Leinenpflicht. Nach dem Bayerischen Jagdgesetz ist es aber verboten, Hunde in freier Wildbahn „unbeaufsichtigt“ laufen zu lassen. Dabei ist es entscheidend, ob sich der Hund im „Einwirkungsbereich“ seines Besitzers befindet. Lässt ihn der Besitzer frei laufen und gerät der Hund dabei außer Kontrolle, ist bereits eine Ordnungswidrigkeit nach dem Jagdgesetz gegeben. Hunde gelten als wildernd, wenn sie erkennbar dem Wild nachstellen und dieses gefährden können. In diesem Moment ist ein Jäger befugt, einen wildernden Hund zu töten.

Ferner ist beim Freilaufenlassen von Hunden darauf zu achten, dass die Tiere ein Halsband tragen mit einer Adressangabe des Besitzers oder einer Steuermarke. Fehlt dieses, ist es ein Verstoß gegen die Tollwutverordnung.

Korrektes Verhalten

Falls man ein Wildtier findet, das augenscheinlich nicht verletzt ist, sollte man es nach Möglichkeit nicht anfassen. Als Schutzreflex ducken sich viele junge Wildtiere auf den Boden. Wenn so ein Wildtier vom Menschen berührt wird, besteht die Gefahr, dass es dessen Geruch annimmt und vom Muttertier nicht mehr akzeptiert wird.

Wenn das Tier durch Hunde bedroht ist, sollte man versuchen, die Hunde zu verscheuchen. Weitere Hinweise zu diesem Thema liefert der Tierschutzverein München unter der Telefonnummer: 089/9210000.

Sven Rieber

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