Halter klagt

Hund wird gebissen - und muss an die Leine

München - Armer Fiete! Seit Monaten muss der lebensfrohe Labradoodle (3) einen Maulkorb tragen, nur an der Leine darf ihn Herrchen Wolfgang Schäfer (73) durch die Stadt führen. Und das, obwohl Fiete selbst angegriffen wurde!

Nachbars-Mischling Toppi hatte ihn im Frühjahr mehrfach angefallen und gebissen, behauptet Schäfer.

Täter oder Opfer? Die Hundeverordnung der Landeshauptstadt unterscheidet hier nicht – alle an der Beißerei beteiligten Hunde kriegen einen Bescheid: Seit dem 15. April darf Fiete nur noch geschützt herumlaufen. Das Kreisverwaltungsreferat versteht da keinen Spaß!

Halter Wolfgang Schäfer klagte.

Auch, weil Fiete größer als 50 Zentimeter ist. „Es hat einige Vorfälle gegeben“, bestätigt Wolfgang Schäfer – Fiete sei aber handzahm und nie der Angreifer gewesen. Er selbst sei sogar schon gebissen worden, als er Fiete helfen wollte. „Er hat niemandem etwas getan.“ Deshalb will der Hundebesitzer den Maulkorb- und Leinenzwang nicht akzeptieren. Er klagte vor dem Verwaltungsgericht, am Donnerstag wurde der Fall verhandelt.

Ohne Fiete – er durfte nicht mit, aber spielte trotzdem die Hauptrolle. Gutachter Franz Breitsamer sagt: Ein Labradoodle hat ein sehr gutmütiges Wesen. Er kann auch als Blindenhund eingesetzt werden. Die Rasse ist noch nicht anerkannt, aber von den Hunden geht keine Gefahr aus.“

Herrchen Wolfgang Schäfer bestätigt: „Bei den Angriffen ist Fiete aufgrund der Aggressionen völlig zum Lämmchen geworden.“ Der Stadt ist’s egal: Sie hält an ihrer Verordnung fest und „wird ihre Praxis wohl auch nicht ändern“, unkte Richter Haider. Demnach gilt der Leinenzwang für zwei Jahre, danach wird der Hund und sein Fall neu überprüft.

Für Fiete wurde aber ein Vergleich geschlossen: Er darf den Maulkorb ablegen, seine Leinenpflicht wurde auf ein Jahr verkürzt. Ab 15. April darf er wieder frei herumtollen – auf Bewährung! 

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