Pauline schon 14 Mal operiert

Ein Hund zerbiss das Gesicht ihrer Tochter

Anne P (Name geändert) und ihr Ehemann schilderten bei der Bezirksausschusssitzung, wie schlecht es ihrer Tochter nach dem Hundeangriff geht. Teile ihres Gesichts bleiben vielleicht gelähmt.

München - Dieser Auftritt rührt zu Tränen: Jetzt sprachen erstmals die Eltern der kleinen Pauline (2) über den traumatischen Tag, an dem ihre zweijährige Tochter von einem Hund angefallen wurde.

Vor rund 100 Harlachingern und laufenden Kameras des BR ließ die Mutter auf einer Sitzung des Bezirksausschusses die Schreckensszenen Revue passieren. Anne P. (Name von der Redaktion geändert) erzählt von dem Fest am Athener Platz, dem Moment, als ein Labradormischling ihrer Tochter ins Gesicht biss – und bricht in Tränen aus. „Es ging alles so schnell“, schluchzt die Mutter. „Paulinchen ist nur ein paar Meter vor mir auf den Hund zugelaufen, plötzlich hängt er an ihrer Backe.“ Noch immer kann sie nicht fassen, was geschehen ist. „Ich hab’ sie doch nie aus den Augen gelassen“, beteuert Anne P. immer wieder verzweifelt.

Ihr Mann war bei dem Drama auf dem Stadtteilfest nicht dabei – doch auch er ist sichtlich ergriffen, als er vom Zustand seiner Tochter spricht. „Seit fünf Wochen ist sie im Krankenhaus, 14 Operationen musste sie schon über sich ergehen lassen, ihr rechtes Auge und ihre Backe sind immer noch geschwollen.“ Wie Hallo München berichtet, stehe nicht fest, ob die Nerven in Paulines rechter Gesichtshälfte permanent geschädigt sind. Die Narben der vier Zentimeter tiefen Bisseintritte werden das Mädchen wohl sein Leben lang zeichnen.

Paulines Eltern wollen jetzt verhindern, dass andere Kinder dasselbe Schicksal erleiden müssen wie ihre Tochter – sie fordern jetzt einen Leinenzwang für Hunde in der Stadt sowie eine Maulkorbpflichtin öffentlichen Verkehrsmitteln. Ihr Antrag sorgte bei der Versammlung für hitzige Diskussionen – und stieß bei Hundehaltern auf Ablehnung: „Hunde werden noch aggressiver, wenn sie an der Leine sind. Das wäre keine artgerechte Haltung“, so der Tenor. Ein Argument, dass das Publikum nicht gelten lassen wollte: „Es geht hier um Kinder – alle Mütter in Harlaching sind in Angst“, betonte die Mutter eines Buben (3). „Niemand kontrolliert, ob Hunde auf verbotenen Plätzen unterwegs sind – man sollte alle Spielplätze einzäunen.“

Ein Vorschlag, der Beifall fand, ebenso wie die Forderung nach einem Hundeführerschein oder einer Schulung zum Umgang mit Hunden für Kindergartenkinder.

Jetzt wollen Harlachinger Mütter eine Unterschriftenliste starten, damit sich so eine Tragödie nicht wiederholt.

Maren Kowitz

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