Münchnerin durch Bisswunden gezeichnet

Hunde-Attacke: Opfer soll Arztrechnung selber zahlen

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Ein Collie (Archivbild) hat Malgorzata L. (41) ins Gesicht gebissen. Die Arztrechnung für die Attacke soll sie selber zahlen.

München - Ein Collie hätte Malgorzata L. (41) fast die Nase zerfleischt. Von der Hunde-Attacke ist sie gezeichnet - aber die Arztrechnung soll sie selber zahlen!

Noch immer rast ihr Herz, wenn sie daran denkt. Noch immer flimmern die Bilder in ihrem Kopf: Der Hund, der auf sie zurennt. Mit dem Schwanz wedelt. Und plötzlich zubeißt. Ein Collie hätte Malgorzata L. fast die Nase zerfleischt – nicht nur die Narben werden sie immer an den Vorfall erinnern. Doch die Arztrechnung von 300 Euro soll die Münchnerin selbst zahlen!

Malgorzata will sich in Pullach als Zugehfrau vorstellen. Als die Frau die Tür öffnet, läuft ein Collie auf sie zu. „Die Dame rief noch, dass er nichts tut“, berichtet Malgorzata. Sie beugt sich zu dem Hund herunter, um ihn zu streicheln – da beißt er zu. Ein gellender Schmerz durchzuckt sie, Blut läuft ihr über das Gesicht. „Ich bin so erschrocken, habe am ganzen Körper gezittert.“

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Auch die Halterin ist schockiert, versorgt die Wunde und fährt Malgorzata mit ihrem Auto nach Hause. „Sie hat sich entschuldigt und mit mir ein neues Treffen vereinbart.“ Malgorzata steht so unter Schock, dass sie sich erst am nächsten Tag im Klinikum Harlaching untersuchen lässt: „Ich war so fertig, dass ich erst mal nur geheult habe.“ Der Schock im Krankenhaus: Der Collie hat ihr einen ein Zentimeter großen Stück Hautlappen am rechten Nasenflügel abgerissen. Vielleicht muss Malgorzata jetzt sogar in einer Operation Haut verpflanzt werden.

300 Euro beträgt die Arztrechnung bislang. Doch als Malgorzata zum verabredeten Termin erscheint, öffnet die Hundebesitzerin die Tür nicht mehr. Am Telefon weigert sie sich auf einmal, die Behandlungskosten zu übernehmen. Seitdem ist die Halterin gar nicht mehr zu erreichen. Auch die tz versuchte mehrfach vergeblich, die Frau ans Telefon zu bekommen.

Dabei müsste sie eigentlich für alle Behandlungkosten aufkommen und auch Schmerzensgeld zahlen. „Hundehalter haften immer, weil ein Hund an sich immer eine latente Gefahr darstellt“, sagt Matthias Zachmann, Rechtsanwalt aus Olching. Deshalb sollten Hundehalter immer eine Tierhalter-Haftpflichtversicherung abschließen. In Bayern ist die aber nicht Pflicht. Nur in Ausnahmefällen kann dem Geschädigten ein Mitverschulden treffen, etwa wenn er sich außergewöhnlich unvernünftig verhalten hat. Zachmann: „Das ist äußerst selten. Hier muss man jeden Fall genau prüfen.“

Malgorzata L. hat sich jetzt einen Anwalt genommen. Viel verdient sie als Zugehfrau nicht. Doch der 41-Jährigen geht es nicht nur um das Geld, das ihr zusteht: „Ich habe mich nie vor Hunden gefürchtet. Aber jetzt bekomme ich Angstzustände, wenn ich einen auf der Straße sehe."

Christina Schmelzer

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